Wenn vom Bebop die Rede ist, muss auch der Name Dizzy Gillespie genannt werden. Sein Trompetenspiel hat die Epoche geprägt. Gillespie gehört zu den Persönlichkeiten des Jazz, ohne die dessen Geschichte anders verlaufen wäre. Aber er ist nicht nur ein grandioser Solist, er hat nicht nur in kleiner Besetzung fasziniert, sondern auch im Big Band Format Aufregendes hervorgebracht. In der nach dem 1993 Verstorbenen benannten All-Star Big Band, die 2005 unter der Leitung des Posaunisten Slide Hampton eine CD mit dem mehrdeutigen Titel „Dizzy’s Business“ aufgenommen hat, spielen unter anderem die Trompeter Frank Greene und Randy Brecker und die Saxophonisten Jimmy Heath und James Moody, der zu Gillespies einstigen Partnern gehört und immerhin schon die achtzig überschritten hat. Das ist Musik aus Gillespies Geist, und drei von den elf Titeln stammen tatsächlich aus seiner Feder. Daneben gibt es „Klassiker“ wie „Off Minor“ von Thelonious Monk oder „Moody’s Groove“ von Jimmy Heath. Geradezu sensationell ist die Sängerin Roberta Gambarini mit Hoagy Carmichaels Evergreen „Stardust“. Auch ihre Version des Bossa Nova „Morning Of The Carnival“ oder ihr Gesang in „Moody’s Groove“ verschlägt einem den Atem. Wie sich Gambarinis modulationsfähige Stimme in die Arrangements der Big Band fügt: das ist nicht alltäglich und verweist viele andere Aufnahmen in das Abseits der kalten Routine.
Thomas Rothschild
Dizzy Gillespie All-Star Big Band: Dizzy’s Business. Manchester Craftsmen’s Guild, MCGJ1023 (Vertrieb: in-akustik).
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