Gemeinhin können wir Jazzgesang an stimmlichen Besonderheiten identifizieren. Die Ideale des Belcanto gelten nicht für die Musik, die ihren Ursprung im Blues hat. Aber es gibt Sängerinnen und Sänger, die nicht durch das Timbre ihrer Stimme, sondern allein durch die Phrasierung für das Jazzfeeling sorgen. Frank Heibert ist einer von ihnen. Sein Gesang erinnert ein wenig an Mose Allison, ist stark gestisch, eher ironisch als emotional.
Die CD aber, die er vorlegt, ist ein Kuriosum. Die (englischen) Songs, deren Texte Heibert geschrieben hat, basieren auf seinem (deutschen) Roman „Kombizangen“. Er hat sozusagen Motive des Romans transformiert. Dass daraus tatsächlich Jazzsongs wurden, verdankt sich vor allem den abwechslungsreichen Vertonungen von Thomas Finke, der zudem als Pianist, begleitet von Roland Fidezius am Bass und Beni Reimann am Schlagzeug, vorzüglichen und nun wirklich astreinen Jazz anbietet. „The Best Thing on Four Feet" gehört zu den ungewöhnlichsten Veröffentlichungen der jüngsten Zeit und sei den neugierigen Hörern wärmstens empfohlen.
Thomas Rothschild
Frank Heibert & Finkophon Unlimited: The Best Thing on Four Feet. Laika, 3510213.2 (Vertrieb: Rough Trade).
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