Ein Tentett ist größer als eine Combo und kleiner als eine Big Band. Da können sich die einzelnen Musiker als Solisten profilieren, aber die Arrangements spielen eine wichtige Rolle. In den Kompositionen von Niels Klein wechseln sich Passagen, die sich dem Free Jazz nähern, mit rhythmisch akzentuierten, fast barock arrangierten Passagen ab, gehen in einander über. Die Bläser – Niels Klein, Oliver Leicht und Steffen Schorn an Saxophon und Klarinette, Stephan Meinberg an Trompete und Flügelhorn, Arkady Shilkloper am Waldhorn, Matthias Muche an Posaune und Tuba – bestimmen den Sound. Dazu kommen Frank Wingold an der Gitarre, Wolf Kerschek am Vibraphon und an der Marimba, Dietmar Fuhr am Bass und Eric Schaefer am Schlagzeug. Die Titelbezeichnungen „Tanzlied“ und „Kanon“ geben einen Hinweis auf die Stilrichtung.
Ein Tentett gewährt größere Transparenz als eine Big Band. Selbst beim Ensemblespiel sind die einzelnen Stimmen deutlich wahrzunehmen. Die Stücke nehmen sich Zeit, ihr Material zu entwickeln und mit Überraschungen aufzuwarten. Der Titel der CD macht kalauernd aus „The Last Supper“ eine letzte Suppe. Verspieltheit: das passt, im besten Sinne, auch auf die Musik des Niels Klein Tentetts.
Thomas Rothschild
Niels Klein Tentett: The Last Soup. JazzHausMusik, JHM 163 (Vertrieb: NRW).
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