Es ist eher eine Spielerei als eine tiefgründige musikalische Entdeckung: Die (deutschen!) Klazz Brothers und die tatsächlich kubanische Cuba Percussion drehen bekannte Opernmelodien durch die Mühle kubanischer Rhythmen und jazziger Phrasierungen. Das funktioniert mal besser, mal weniger gut, amüsiert aber stets aufs Neue durch die Verfremdung überaus vertrauter Motive. Ein wenig profitiert der Spaß von den pathetischen Weihen, die der Oper lange zuteil wurden, und die hier profan in die Sprache der U-Musik übersetzt werden. Auch der Kuba-Hype trägt zum Erfolg solcher Bearbeitungen bei. So kann man nun also zu Verdi tanzen und zu Wagner, zu Puccini und zu Offenbach, zu Weber und zu Bizet, bei Rossini will es nicht so recht gelingen, und auch Gershwin sperrt sich gegen lateinamerikanische Manipulation.
Thomas Rothschild
Klazz Brothers & Cuba Percussion: Opera Meets Cuba. Sony/BMGm, 88697055962.
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