Der Reiz dieser CD liegt darin, dass sehr bekannte Songs der Jazz- und Musicalgeschichte völlig neu interpretiert werden. Die Sängerin Ulla Oster und ihre beiden Partner Ulf Kleiner und Martell Beigang verändern Rhythmus, Tempo, Harmonien in einer Weise, die die Vorlagen bis zur Unkenntlichkeit verändert. Dabei hat man aber stets das Original im Ohr, und es ist gerade die Differenz, die das mal größere, mal geringere Vergnügen beim Hören ausmacht. So wird Irving Berlins „Cheek To Cheek“ zu einer nachdenklichen, fast mystischen Phantasie, und „Blue Moon“, gekoppelt mit „Moon River“, ist kaum noch als jene Schnulze identifizierbar, die Elvis Presley in seinen frühen Jahren zum Besten gab. Die Effekte, die sich der Elektrizität verdanken, reiben sich an der hauchenden Stimme von Ulla Oster. Das Ergebnis ist originell, aber nicht überkandidelt. Eine CD für Feinschmecker, die für neue Erfahrungen aufgeschlossen sind.
Thomas Rothschild
Ulla Oster: What’s New? Jazzhausmusik, JHM 161 (Vertrieb: NRW).