Ron Carter hat Jazzgeschichte geschrieben. Die Großen des Jazz reißen sich seit Jahrzehnten darum, ihn in ihrer Formation zu haben. Denn Ron Carter ist nicht nur ein exzellenter Solist auf dem Kontrabass, er kann sich, wie kaum ein anderer, seinen Mitspielern anpassen. Er ist uneitel, konzentriert und stets zur Stelle, wenn sein Einsatz benötigt wird. Schon rein äußerlich wirkt der hochgeschossene bärtige Mann wie ein Gentleman, und elegant sind auch seine musikalischen Erfindungen. „Dear Miles“ heißt seine jüngste CD, aber von Miles Davis, mit dem Carter mehrere Jahre musiziert hat, stammt nur eine Komposition, „Seven Steps To Heaven“. Die anderen Titel sind größtenteils Evergreens, die auch zum Repertoire von Miles Davis gehörten, „My Funny Valentine“, Milt Jacksons „Bag’s Groove“, „Someday My Prince Will Come“ oder „Stella By Starlight“. Auch zwei Eigenkompositionen von Ron Carter sind zu hören.
Der mittlerweile siebzigjährige Bassist liefert eine ganze Reihe atemberaubender Soli, aber er lässt auch seinen Partnern, allen voran dem Pianisten Stephen Scott, genug Raum, um sich zu entfalten. Schlagzeug und Perkussion werden von Payton Crossley und Roger Squitero hinzugefügt.
Thomas Rothschild
Ron Carter: Dear Miles. Blue Note, 0946 3 92547 2 9.
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