Midlake aus den Vereinigten Staaten geben sich redlich Mühe uns mit einem äußerst fein gewobenen Netz aus Trauer zu umfangen. Ihr neues Album „The Courage Of Others“ ist ein seltsamer Brocken voll von wunderbarer melancholischer Musik, der sich etwas weiter von den bisherigen, eher rockenden Veröffentlichungen der Band entfernt hat. „The Courage Of Others“ ist lupenreiner Folk, mal britischer, mal amerikanischer Prägung – hinter der Ecke lugen Jethro Tull, die Fleet Floxes, America und viele andere hervor, doch Midlake bleiben zumeist so eigenständig, dass man die großen Vergleichskeulen eher ungern bemüht.
Traumwandlerisch schöne Gitarrenmelodien, seltsam verzauberte Flöteneinlagen und wunderbarer Satzgesang ergeben ein Album, das den Hörer im wahrsten Sinne des Wortes gefangen nimmt. Sollte man sich kurz aus der intensiven Umklammerung dieses Folk-Wall-of-Sounds lösen können, denkt man kurz darüber nach, dass dieser auch instrumental brillant inszenierte monolithische Block an Musik irgendwie so etwas wie die Doom-Variante von Neo-Folk ist. Dieser Gedanke währt allerdings nur kurz, weil er schnell wieder im allgemeinen Weltschmerz dieser erhabenen Scheibe versinkt.