Effektive Symbiose
Das Ergebnis der Aufnahmen kann man als durchaus eigenständiges Soundgebräu mit psychedelischen Anklängen bezeichnen. Taras Vorliebe für 60´s-Folk und Psychedelia kann man dabei zwar erahnen, sie schafft es aber eine zeitlose, nicht retro wirkende Musik entstehen zu lassen.
Der droneartige Opener „Lunaria Exits The Blue Lodge“ entführt uns in einen märchenhaft-düsteren Soundwald. Narkotisch mäandern die Klänge zwischen den Bäumen und entwickeln einen eigenen Flow, der sich von vielen, deutlicher der Tradition der Singer/Songwriter folgenden „Freak-Folkies“ unterscheidet. Das hier ist eher Nico mit einer Folkband nach einem Pilzgericht auf einer Waldlichtung im Fackelschein. Cello und Harfe ergänzen wohl akzentuiert die Arrangements, ohne dass das Ergebnis zu manieriert wirken würde. Es ergibt sich ein Klang von hypnotischer Sogwirkung, bei dem die Frage, ob Song oder Sound im Vordergrund stehen, gar nicht aufkommt.
Als wichtige Inspirationsquelle gibt Tara übrigens Hildegard von Bingen an, mit der sie das Interesse an Musik, Natur und Mystizismus verbindet. Die Symbiose mit befreundeten Musikern hat sich ausgezahlt. Wie für die im Albumtitel anklingenden Mycorrhizae-Pilze, welche eine Symbiose mit Pflanzenwurzeln eingehen, um effektiver Nährstoffe und Wasser zu absorbieren.