„Groundbreaking music“, das heißt im Hause Warp längst nicht mehr ausschließlich Intelligenztechno à la Autechre, sondern auch Maximo Park oder Grizzly Bear. Mit Gonjasufi fügt sich nun ein neuer Künstler ins Labelraster, dessen Sound schwer einzuordnen ist und sich jeder Art von Trend gegenüber resistent zeigt.
Sumach Valentine, so der bürgerliche Name der zentralen Figur hinter Gonjasufi, wurde als Kind koptischer Christen erzogen. Heute sieht er sich als Moslem. Ein Moslem mit Vollbart und Dreads, dem Beruf des Yogalehrers und der Berufung des Soundbastlers. Strange enough. Der Name Gonjasufi vereint seine Drogenerfahrungen mit dem Mystizismus des Islam. Passenderweise pendelt der Sound zwischen flirrenden Klangfetzen, psychedelischen Einflüssen und durchaus straighten Momenten. Rumpelnde Beats treffen da schon mal auf Garagerock-Gitarren, unterlegt von einer ordentlichen Bassladung.
Das Ergebnis ist erfrischend unberechenbar und unvollendet, der Sound wirkt organisch und ungeschliffen. Irgendwie nicht zu fassen, aber besitzergreifend und sehnsuchtsvoll. Man könnte das Ganze als geheimnisvolle, hypnotische Wüstenmusik bezeichnen, dabei ist das Soundkonglomerat weder mit Calexico noch mit Wüstenstonerrock à la Kyuss zu vergleichen. Sumach lebt in Las Vegas, dem Sündenbabel, das Wüste und pervertierte Stadtgesellschaft zusammenbringt – oder eben den Sufi und den Killer.