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Dienstag, 07. Februar 2012 | 05:52

The Magic Numbers: The Runaway

29.07.2010

Gib mir Elfen!

Neues der vier Londoner für den idyllischen Angelausflug mit Öko-Bier und Gemüsecrackern. Von MATHIAS BROSE

 

Ich sitze am Ufer der Themse, starre auf den blutroten Schwimmer meiner nagelneuen Angel und lausche den sanften Melodien der Natur: hier wiegen sich leise die Blätter einer verwitterten Eiche, dort raschelt das taufrische Gras im sanften Frühlingswind und weiter hinten tanzen Elfen den anmutigsten Tanz, den ich je gesehen habe. Halt, Elfen?...

Es sind vier Jahre ins Land gegangen bis Englands großer Pop-Hype um Sänger/Gitarrist Romeo Stodart, Drummer Sean Gannon und den Sängerinnen Michele Stodart/Angela Gannon ihr musikalisches Schaffen mit dem dritten Werk „The Runaway“ fortsetzen.Auffällig bleibt die Mehrstimmigkeit, die vor allem bei „Hurt So Good“ der müden Seele des sich heimbegebenden Arbeiters schmeichelt. Elfengleich wispern Michele und Angela den eher bedrückenden Text herab:

 

Pull the stars down from the sky/

throw them in the eyes of mine/

have i been dreaming?/

shake the truth from out my head...“

 

Mitreißend!

The Magic Numbers zeigen in ihrem Drittwerk ohnehin nicht nur die bunte Welt hinter dem Regenbogen, doch die betrüblichen Momente werden von den Geschwisterpaaren in wohlig-warme Klänge verpackt. Durch den Produzenten Valgeir Sigurðsson (Björk) zeigen sich die Damen und Herren der magischen Nummern um einiges gitarrenlastiger als bisher. Federleichte Melodien mischen sich hier mit sanften Gitarren und Streicherarragements, welche durch den im Oktober 2009 verstorbenen Robert Kirby entstanden sind. So schön unsere gefühlvolle Angeltour jedoch auch sein mag, die stellenweise sehr an die Indie-Pop Kollegen „Minus the Bear“ erinnern (vor allem in Throwing My Heart Away), so bleibt sie doch eine Angeltour. Über mehr als  das seichte Plätschern eines Bergquells kommt „The Runaway“ nicht hinaus. Es fehlt ein größerer Spannungsmoment, ein wirklich mitreißender Strom, um vollends überzeugen zu können.Wer sinnlich, melodisch und schmeichelhaften Indie-Pop mag, den sollten „The Magic Numbers“ aber  mehr als verzaubern können.

 

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