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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:11

KAD: Lettre à Marianne

12.08.2010

Mediterraner Pop

Chanson-geprägter, nostalgischer Pop, der radiotauglich, aber beileibe nicht beliebig daherkommt. Von TOM ASAM

 

Die Verpackung dieses Briefes an Marianne verwirrt etwas. Das S/W-Portrait des sehnsuchstsvoll-melancholisch dreinblickenden Sängers will nicht recht harmonieren mit der graphischen Gestaltung ,die eher einer NDW-Revival-Band zu Gesicht stehen würde. Dafür ist der Inhalt umso stimmiger. Die - im Gegensatz zum Vorgängeralbum „Societe´“ - komplett live eingespielten Instrumente verbreiten eine warme Grundstimmung. Dieser von Piano. Kontrabass, Bandeneon und Gitarre geprägte, mediterrane Pop mit Wurzeln in Chanson- und Jazztraditionen, bezieht seine auffrischenden Farbtupfer durch punktuell eingeschobene Blech- und Blasintrumentalparts. Obwohl einiges seltsam vertraut wirkt, bleibt das Album aber trotz seiner Eingängigkeit durchgehend packend. KAD, ein in London lebender Franzose mit algerischen Wurzeln, verarbeitet Kindheitserinnerungen und Reisen, philosophiert über die Liebe und andere Seltsamkeiten und findet dabei stets seine eigene Ausdrucksweise. Die klanglich hervorragend gelungene Umschmeichelung seiner melancholischen, in französischer Sprache vorgetragenen Reflexionen über das Leben macht das Album zum willkommenen Begleiter ruhiger, aber bewusst genossener Stunden.

 

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