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Donnerstag, 09. Februar 2012 | 15:32

Maximo Brass: TÄTÄRÄ

09.09.2010

Blech gehabt

 

Die „Drum and Brass-Band“ Maximo Brass interpretiert Pophits von Soft Cell bis Maximo Park. „The New Sound of heute“ oder Rohrkrepierer? Von TOM ASAM

 

Popperlen zu tauchen und in genreuntypischer Manier zu reinterpretieren ist einigermaßen angesagt. Als aktuelle, mehr oder weniger gelungene Beispiele seien die, Indiehits vergangener Tage verniedlichenden Nouvelle Vague oder die Metal-schmelzenden Hellsongs genannt. Big Band-Sound mit Cover-Ambitionen gibt es seit Bert Kämpfert und James Last auch ausreichend. Jene erscheinen Maximo Brass angeblich viel zu glatt poliert, man will den Etablierten „in den Arsch treten.“ Man zählt sich aber gleichzeitig doch auch irgendwie selbst zu diesen (Etablierten, nicht Ärschen!). Schließlich wird hier seit 1988 unter der Leitung von Anselm Kluge getrötet, was das Zeug hält. Kluge ist Leiter eines Popkurses an der Hamburger Musikhochschule.

 

Arschtritt bleibt aus

Und so klingt das dann eben auch nach braven Hobbymusikern, die in einer wilden Stunde schon mal R.E.M. oder Red Hot Chilli Peppers hören bzw. vom Notenblatt nachspielen. Auch wenn man die Arrangements teilweise aufpeppt, wie etwa das von „Smells like teen spirit“, dem geschickt das James Bond-Thema untergeschoben wird, bleibt der angekündigte Arschritt leider völlig aus. Weder hat das die Power, die beispielsweise die Metallica covernden Cello-Monster von Apocalyptica besitzen, noch die Kaputtheit der Finnen Eläkeläiset oder die Genialität eines Senior Coconut. 

 

Eher erinnert mich das an die 1997 unter dem Namen „No more Mr. Nice guy“ erschienenen Variationen großer Hardrock- und Metalklassiker des Crooners Pat Boone. Ein Novelty-Gag, der eben keiner mehr ist. Größter Verkaufsanreiz wäre hier mit Sicherheit das Cover eines Covers gewesen. Ursprünglich sollte Maximo Brass in einer das Debut von Maximo Park kongenial zitierenden Verpackung erscheinen. Pustekuchen! Durfte dann aus rechtlichen Gründen wohl nicht sein. So bleibt festzustellen: Nicht alles was glänzt ist Gold. Manchmal ist es halt nur Blech.


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