Auf ein getragenes Streicher-Intro folgt der Song „drown.“ Dazu kommt noch das recht düster-geheimnisvolle Cover. Sollte man sich noch mal überlegen wie rum man die Pulsadern aufmacht oder sich um die junge Sängerin Sorgen machen, deren Debut-Titel schon mit dem Wort „Nachlass“ begann (Obituary for a lost mind)? Den krachenden Postrock, den das Presse-Info verspricht, kann ich nicht ausmachen, etwas Fahrt nimmt das Album erst mit dem folgenden Walzer „how sad a fate“ auf. Dann folgt der Titelsong und die eigenwillige Aura des Albums breitet sich langsam besitzergreifend aus.
Streicher, Bläser und Piano bringen immer wieder Abwechslung in die melancholischen Stücke. Dabei passiert weder im Songwriting noch an den Instrumenten außergewöhnliches, „from ice to water to nothing“ möchte den Hörer nicht auf Teufel komm raus beeindrucken. Aber die Platte steigert sich stetig. Man muss sich und der Platte Zeit geben, um festzustellen, dass man durchaus eine gute Zeit zusammen verbringen kann. Marilie und ihre Truppe leben in erster Linie von Stimmungen. Eignet sich gut für die Autofahrt in der spätsommerlichen Dämmerung. Nicht abschalten, wenn der etwas krachigere Song „Turn it off“ kommt, sondern weitercruisen! Bis „goodbye sundown.“

