von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Eli Pariser: Filter Bubble Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:24

The Budos Band III / Uptown Strut präsentiert

09.09.2010

Schick die Tränen weg!

Zwei Mal Soul Searching: Die Budos Band ist rein instrumental unterwegs; die Compilation, die das fabelhafte Magazin Uptown Strut herausgegeben hat, erfreut mit ihrer Vielfalt. Von CHRISTOPH HAAS

 

Auf dem Cover der ersten CD der Budos Band bricht ein Vulkan aus, auf dem zweiten reckt ein Skorpion seinen Stachel. Die dritte CD schmückt eine drohend aufgerichtete Kobra. Ganz so explosiv und giftig, wie diese Bilder signalisieren sollen, ist die Musik der Gruppe aber nicht. Eher hat man den Eindruck, als hätten sich, irgendwo in einem Paralleluniversum, Curtis Mayfield, Tony Allen und John Barry zusammengesetzt, um den Soundtrack zu einem James Bond-Film zu schreiben, in dem Sean Connery sich in einer karibischen Bar in Yma Sumac verliebt, die gerade eine Exotica-Version von „Stop! In the Name of Love“ zum Besten gegeben hat.

 

Das klingt mitreißend, ist auf die Dauer aber ein wenig arm an Abwechslung; vielleicht wäre es besser, die Budos Band würde ab und zu einen Sänger oder eine Sängerin ans Mikrophon lassen. In Häppchen genossen, macht III aber viel Spaß, und daß die New Yorker live eine Wucht sind, glaubt man gerne.

 

Samplerstärke

Das Magazin Uptown Strut, das seit zwei Jahren in Köln erscheint, ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die an Soul, Funk und tanzbarem Jazz interessiert sind. Abgesehen von  kompetenten Artikeln wird hier viel Wert auf eine schöne graphische Gestaltung gelegt, die schon das Durchblättern zu einem Vergnügen macht. Jetzt gibt es eine erste Compilation mit 14 Titeln, zusammengestellt vom Herausgeber Thomas Berghaus.

 

Als Shareholder Tom macht er selbst Musik und liefert auch gleich den ersten, hochwertigen Beitrag: „Send My Tears“, gesungen von Alison Begbe, ist zuckersüßer, streichergestützter Pop-Soul, der sich in der zweiten Hälfte des Songs mit Keyboard- und Saxophon-Improvisationen dem Fusion Jazz öffnet. Die stilistische Vielfalt ist allgemein die Stärke dieses Samplers: Brazil-Klänge stehen neben Retro-Soul/Funk und Afrobeat. Unter Gleichwertigem noch hervorzuheben: „Wahala“ von Dele Sosimi, einem früheren Mitstreiter Fela Kutis, und „I Don’t Know“ von Glen Anthony Henry, der an den Marvin Gaye von „What’s Going on“ anknüpft. 


Flattr this


 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Götter verstehen keinen Spaß

Wenn Shakespeare sich in der griechischen Mythologie bedient und den blindes Seher Tiresias zum Helden eines seiner Stücke gemacht hätte, der Inhalt hätte durchaus so aussehen ...

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Verstaubt ohne Ende

Bullenklatschen ist ein irreführender Titel, aber er provoziert – das ließe sich genauso über den Film sagen. Provozierend das Personal: eine Anarcho-Fete. Jedenfalls ...

No sleep till Pixel

Auf einem gewissen Panel der diesjährigen re:publica lief RUDOLF INDERST dem Berliner Dennis Liebzeit ...

Gegen die Dominanz des Beliebten

Nach Amazon (1997) und Google (2004) geht nun mit Facebook das dritte Internet-Schwergewicht an die Börse. Häufig liegen die drei Unternehmen mit der Entwicklung neuer Techniken ...

»Scheißwald, Scheißnatur, ey!«

Leicht grenzwertig diesmal, möchte man meinen. Setzt das gewöhnliche Schema von Mord, Aufklärung, Festnahme etwa Schimmel an? Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) geht dem Hinweis auf ...