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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:25

The Wave Pictures: Sweetheart (EP)

10.09.2010

Grinsen ins Gesicht

Monsters of british humor mit charmantem Indiefolk von der Insel. Von GERD HASELMAIER

 

Manchmal kommt man ja auf die absurdesten Ideen, zum Beispiel mal eine Internet-Adresse, die auf einer CD steht, einzutippen und zu gucken was dabei herauskommt. Auf der neuen EP des Londoner Trios ist die angebliche URL von Moshi Moshi Records angegeben, bloß mysteriöser Weise mit einem Moshi zu wenig, was einen auf eine Seite mit kitschigen kleinen Monstern führt. Die bringt man eher in Verbindung mit Zeitgenossinnen, die sowas in Plüschform an ihrem Rucksack tragen. Was soll uns das nun wieder sagen? Und was hat das mit der wirklich äußerst sympathischen Band um David Tattersall zu tun? „Adopt your own pet monster“ steht da unter anderem. Adoptieren mag man die drei ja tatsächlich, damit sie bei Bedarf immer aufspielen, wenn einem die schwarze Galle wieder einmal zu weit hochkommt. Im Gegensatz zu den bunten Ausgeburten unserer spätrömischen Dekadenz sind die Wave Pictures nämlich wirklich amüsant, vor allem wenn man das Glück hat, sie auf der Bühne zu sehen.

 

Schnörkelloses Songwriting ohne Allüren

Tattersalls very britischer Humor schafft es in Verbindung mit der originellen Beschreitung an sich ausgelatschter Indiefolk- und Lo-Fi-Pfade zu begeistern und Zuhörern aller Altersgruppen ein Grinsen ins Gesicht zu spielen. Den Veröffentlichungen der Wave Pictures, so auch der neuen EP Sweetheart, gelingt das nur bedingt, was aber immer noch reicht, mehr zu berühren, als ein Schubkarren voll ähnlich orientierter Kapellen. Das liegt hauptsächlich an der Konzentration auf das Wesentliche, und das ist im Fall der Wave Pictures ein überzeugend schnörkelloses Songwriting ohne Allüren und nervig auffallendes Zusammenschnipseln von Zitaten, wie es momentan en vogue ist. Der häufiger angeführte Vergleich mit Jonathan Richman, ist ebenfalls nicht ganz verkehrt und so kann man der Band nur möglichst viel Aufmerksamkeit wünschen. Stirnrunzeln erzeugt bei dieser EP allerdings die Tatsache, dass alle sechs Songs bereits auf der im Frühjahr erschienenen LP „Susan Rode The Cyclone“ enthalten sind. Was soll uns das nun wieder sagen und was hat das alles mit Monstern zu tun? Keine Ahnung.  


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