Die Posaune ist ein sprödes Instrument. Gerade darin liegt ihr Reiz. Wer sich gegen ihre Schwerfälligkeit mit Virtuosität zur Wehr setzt, verdient Bewunderung. Im Jazz hat sie von Anfang an eine wichtige Rolle gespielt. Im traditionellen Jazz von New Orleans klang sie oft wie der ältere Bruder der vorlauten Trompete, der sich bescheiden und weise im Hintergrund hält, um gelegentlich seine Meinung kund zu tun. Die großen Posaunisten und erst recht die Erneuerer der Spieltechniken auf diesem Instrument lassen sich mühelos herzählen. Einen besonderen Reiz entwickeln Posaunen (wie auch andere Blasinstrumente), wenn sie als Chor auftreten. In Big Bands ist das gelegentlich der Fall. Aber ab und zu dürfen sie sogar den Hauptpart spielen. So bei der Combo Trombonefire. Gleich vier Posaunisten haben da zusammengefunden: Johannes Herrlich, Adrian Mears, Hermann Breuer und der Bassposaunist Eberhard Budziat. Dazu kommen Walter Lang am Piano, Thomas Stabenow am Kontrabass und Dejan Terzic am Schlagzeug.
Auf ihrer CD different moods spielt Trombonefire eigene Kompositionen und ein Medley aus Gershwins Porgy And Bess. Die Gruppenmitglieder bekommen reichlich Gelegenheit, sich mit Soli zu produzieren, die mit dem Gruppenarrangements kontrastieren. Und wir genießen den ruhigen, getragenen Klang der gestopften Posaunen oder die swingend oder funky auftrumpfenden Dialoge.
Thomas Rothschild
Trombonefire:
different moods. Laika 3510181.2.