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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:30

Kaizers Orchestra: Violeta Violeta (Vol. 1)

13.01.2011

Jenseits der Staffage

Die anspruchsvollen Norweger vom Kaizers sein Orchestra diktieren sich und ihren Fans gerne stattliche Aufgaben ins Oktavheft (alt. für Hausaufgabenheft). Violeta Violeta Vol. 1 ist der Anfang eines Projekts, dass sich über insgesamt drei Veröffentlichungen plus Konzertreisen von Januar 2011 bis ins Frühjahr 2013 erstreckt. Jetzt noch schnell den Norwegisch -Kurs bei der VHS deines Vertrauens gebucht, denn die Trilogie bietet auch textlich einige Schmankerl. Von DAVID EISERT

 

Keine Angst, auch ohne langwierige Sprachstudien bietet Violeta Violeta Vol 1 genug Unterhaltung, Spaß und musikalische Sensation. Texte sind mir ja meistens egal und daher stört mich das Norwegisch überhaupt nicht, noch finde ich es sonderlich skurril. Sängerische Weisheiten der Amigos sind mir kurios, denn die verstehe ich.

 

Zur Musik. Das Kaizers Orchestra stand in der Vergangenheit für energetischen Gypsy-Punkrock und provokante Live-Performances, die jedes Publikum zum Ausrasten gebracht hat. Aber Party und Tohuwabohu sind nur die eine Seite. Guter Klamauk funktioniert nur mit solidem und ernsthaftem Handwerk jenseits der Staffage. Und so steckt hinter dem Krawall, den die Kaizers auf einer Bühne veranstalten, harte und konzentrierte Arbeit. Entsprechend ausgefeilt und –gereift klingen die ersten zehn Song des ehrgeizigen Langzeitprojekts. Mehrheitlich erinnern die Klänge an die Filmmusiken großer Streifen in Breitband. Dramatisch, episch bis zum Bersten spannend. Ein Sammelsurium unterschiedlicher Töne und Klangerzeugungsmöglichkeiten sorgt für Kurzweil und gute Unterhaltung. Manege frei und die anstehenden Konzerte besucht. Denn richtig was los ist erst dann, wenn der Zirkus in die Stadt kommt. 


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