Jazzpop mit Afro-, Soul- und Folk-Beiklängen - so könnte etwa eine oberflächliche Beschreibung des zweten Albums der Künstlerin lauten, für dessen Einspielung sie sich fast fünf Jahre Zeit gelassen hat. Sie war in Afrika auf der Suche nach ihren kulturellen Roots. Und so setzt die erste Nummer textlich wie musikalisch auch gleich eine klare Marke: »I have a dream, it´s the dream we all get up with everyday«. Es geht um Gleichberechtung, es klingt nach Bürgerrechtsbewegung und nach Coltrane. Erst mit der dritten Nummer (Every Moment) betreten wir dann so etwas wie sommerlich-leichtes Terrain.
Die Mischung, die Chinaza auf dem gesamten Album bietet, ist überraschend und so abwechslungsreich und souverän zwischen den Stilen changierend, dass es kaum zu einem Satthören kommt, sondern viel eher zu Verohrwurmung und zu Entdeckung.
Die Interpretation von Four Women (Nina Simone), Wouldn't It Be Good (Nick Kershaw) und Life's What You Make It (Talk Talk) gelingt fast anstrengungslos. Und trotz des klanglich wie stuilistisch überaus breiten Spektrums bleibt durch Chinazas Stimme die künstlerische Bindung erhalten.
Am 1. April tritt Chinaza übrigens im Hamburger Stellwerk auf. Hingehen - und den Vorsommer verspüren!
