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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:32

Cesária Évora & ...

17.02.2011

Duett-Aufnahmen der barfüßigen Diva

Die Königin der Weltmusik macht sich von den Kapverden aus auf eine große musikalische Rundreise. 19 Duette mit Kollegen aus 14 verschiedenen Ländern zeigen die vielen Facetten der Künstlerin, die bald ihren 70. Geburtstag feiern wird. Von TOM ASAM

 

Als Cesária Évora 1988 ihren ersten Plattenvertrag unterschrieb wussten hierzulande vermutlich nur ein paar Erdkundelehrer wo die Kapverden liegen. Die damals bereits 47 Jahre alte Évora avancierte schnell zur internationalen gefeierten Künstlerin, die dank schuhloser Auftritte den Spitznamen »barfüßige Diva« erhielt – und die dank ihrer musikalischen Ausrichtung auch gerne »Königin der Morna«, oder gar »Königin der Weltmusik« tituliert wird. Und vermutlich ist sie neben der Tatsache, dass der Massentourismus inzwischen auch Cabo Verde erreicht hat, der zweite Grund dafür, dass man heute weiß, dass die Inselgruppe vor der Westküste Afrikas liegt und die Portugiesen die zentrale Rolle in deren Besiedelung spielten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die auf Boavista entstandenen Mornas dem portugiesischen Fado sehr nahe sind. Auch hier stehen der Hang zum Moll, die Melancholie und Texte voller Sehnsucht im Mittelpunkt. Diese spezifische Ausprägung eines tiefen, poetischen Weltschmerzes findet Ausdruck im portugiesischen Saudade, in der kapverdischen Version: Sodade. Wen wundert´s, ein Song mit dem Titel Sodade ist dann auch gleich in zwei Versionen vertreten auf dieser tollen Kompilation: einmal die Aufnahme aus dem Jahr 2002 mit dem angolanischen Sänger José Adelino Barceló de Carvalho (besser bekannt als Bonga), einmal mit dem griechischen Star Eleftheria Arvanitaki. Kuriosum am Rande: Évora hat das Lied auch im Duett mit Peter Maffay gesungen.

 

Die Kosmopolitin Cesária Évora sieht sich jedoch wohl zunächst als afrikanische Musikerin, was sie durch Duette mit bekannten Afrikanern wie dem senegalesischen Ismael Lo (Africa nossa) oder Salif Keita (Mali/ Yamore) zum Ausdruck bringt. Die Nähe kapverdischer Musik zu kubanischen Sons und Boleros hingegen kommt in der Zusammenarbeit mit dem inzwischen verstorbenen Compay Segundo (Lagrimas Negras) und dem Pianisten Chuco Valdez (Negue) zum Ausdruck. Der Einfluss brasilianischer Musik hingegen in Duetten mit dem großen Caetano Veloso (Regresso) und Marisa Monte (E dove morrer no mar). Die Zusammenstellung von Aufnahmen aus den Jahren 1995 bis 2010 bietet einen schönen Einblick in das musikalische Universum einer großen Sängerin. Die Qualität der beteiligten Musiker und die Tatsache, dass es sich trotz unterschiedlicher Einflüsse durch die Bank um universal leicht verständliche Mischungen aus traditionellen Wurzeln und gängigen Popstrukturen handelt, garantieren breiten Hörerzuspruch.

 

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