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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:32

Tephra: Tempel

17.02.2011

Bedächtig wie die Oker - zäh wie die Mumme

Einen mächtigen Monolithen aus Sludge, Doom, Psychedelic, Industrial, Postrock und Metal haben die Braunschweiger Tephra mit ihrem dritteln Studiowerk Tempel geschaffen. Einem alles niederwalzenden Lavastrom gleichen die acht neuen Songs, die via Golden Antenna veröffentlicht werden. Von DAVID EISERT

 

Dabei hat die Band ihren Sound entschlackt und auch die Belegschaft verschlankt. Die Keyboards sind Geschichte und damit wird der Sound trockener, direkter, konsequenter. Ziel ist die maximale Klangwand. Dynamik und Dramatik von Takt zu Takt zu steigern, die epischen Riffs ohne Bombast zu zelebrieren. Richtig Laut geht nur im gütigen Einklang mit Leise. Tiefe Powerchords funktionieren besonders gut, wenn ihnen fragile Melodien entgegengesetzt werden. Hier passt das ganz wunderbar.

 

Tempel besitzt einen brachialen Sound, an dem in der Tonmeisterei Oldenburg gefeilt wurde, und eine beeindruckende Atmosphäre, die den Vergleich zu den Größen des Fachs wie Mastodon, Baroness, Neurosis oder auch …Trail Of Dead (die könnten aber als zu soft abgelehnt werden) nicht scheuen braucht. Allein der Gesang, besser die Growls und Grunts von Sänger Ercüment passen nicht mehr zum neuen Soundgewand und wirken eher störend. Scheinbar war dies der Band auch bewusst. Die Songs sind mit langen Instrumentalphasen komponiert und arrangiert worden, ohne dass sie sich in ewigen Wiederholungen verlieren. Ebenfalls gelungen ist das Coverartwork. Muss es sonst genretypisch möglichst unerkennbar Düster sein oder wimmelbuchgleich LSD-bunt, ziert Tempel ein schlichtes gleichwohl effektvolles Foto! So einfach kann Kunst sein, so einfach muss Musik sein. Nun will der niveauvolle Krach noch unters Volk gebracht werden, aber leider mussten die aktuellen Tourdaten wegen Krankheit gestrichen werden. Gute Besserung von hier aus!

 

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