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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:34

The Blue Van: Love Shot

17.02.2011

You pull the trigger of my love gun

Ein echter Love Shot kann nur aus einer echten Love Gun abgefeuert werden, wie sie nur echte Kerle zu tragen pflegen. In Dänemark schon im vergangenen Jahr veröffentlich, beglückt der Vierer The Blue Van nun auch Resteuropa mit neuen Songs, die an große Bühnen, endlose Verstärkerwände und breitbeinige Posen erinnern. Von DAVID EISERT

 

Das Quartett aus dem nördlichen Dänemark scheint auf den langen Konzertreisen viel Zeit zum intensiven Musikhören zu haben. Denn umfangreich und vielfältig sind die Zitatquellen, denen sie sich bei ihrem Songwriting bedienen. In der krude geschrieben/übersetzen Bandbiografie werden die Beat- und Popbands der 60er und 70er Jahre als Einfluss und Inspiration genannt und man sähe sich gerne in der Nähe von Szenegrößen wie den Killers, Keane oder Hot Hot Heat. Aber unsere Nachbarn haben nicht nur den Mut, ihr Faxe Bier in Einliterdosen zu verkaufen, sondern auch eine aktive und lebendige Hardrockszene. Und ob The Blue Van wollen oder nicht, für mich klingen die neuen Songs stark nach Melodic Rock und AOR. Insgesamt nicht so cheesy und langhaarig wie die Originale - schon mit Augenzwinkern und ohne extrovertierte Gitarrensoli. Ähnlich der Herangehensweise ihrer Landsmänner von D-A-D, die im Heimatland Megastarstatus besitzen, wird auf Konventionen verzichtet.

 

In einen Song, der nach INXS klingt, wird problemlos eine Alphavillesche Keyboardfanfare eingebaut (Run To The Sun); der Titeltrack stampft in allerbester Loverboy Manier durch die Boxen und den Begriff Powerballade (Women Of The Wrong Kind) liest man sonst nur in Lullirock Fachmagazinen. Mark Spiro, Russ Ballard oder Hugo wären stolz auf die Jungs! Das Anfangsriff von Loser Takes It All wird geschwind bei Doug Aldrich von Bad Moon Rising aus dem Jahr 1995 ausgeliehen. Ein paar Takte Queen schaden auch nie. Wenn man schon im Symphoniepop wildert, dann dürfen die Manic Street Preachers nicht fehlen (Teenage Runaway). Hole in The Ground ist eine Mischung aus Led Zeppelin Blues und John Lord Georgel. Ironischerweise klingt das dann mehr nach den Led Zeppelin Verehrern Kingdome Come als nach dem Original. Cheap Trickscher Humor blitzt hie und da durch (Evil) und mit You Live, You Learn, You Die würde man womöglich einen Prog-Rock Fan glücklich machen. Leider sitzt man mit dem Gemenge so dermaßen zwischen allen Stühlen, dass es grad nicht für den Madison Square Garden sondern nur für die kleinen Clubs reicht.

 

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Einriesiges Album das die BAnd auch in den Madison Square Garden oder sonst ein Stadium bringen kann
| von Egon Kleinschmidt, 12.03.2011

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