Im zehnten Jahr ihres Bandbestehens haben sich die Kids den Spaß erlaubt, ihr viertes Album auf dem eigens gegründeten Label Findaway Records zu veröffentlichen. In Zeiten, in denen niemand mehr was verschenken möchte und daher auch niemand mehr künstlerische Risiken eingehen mag, wohl der richtige Weg. Selbst ist die Band. Und wenn man eh aus dem Ländle kommt, dann wurde der sprichwörtliche Fleiß schon mit der ersten Portion Gaisburger Marsch in sich aufgesogen. Handwerklich gibt es überhaupt nichts zu bemängeln. Sibbi, Panzer und Saikov beherrschen ihre Instrumente und können singen. Die 11 Songs auf Lights Out London sind perfekt gespielt, perfekt produziert, abwechslungsreich und kurzweilige arrangiert und mit eingängigen Melodien und Textzeilen gespickt, die man auch mit diversen Viertele Korea im Schädel mitgrölen kann. Dies aber nicht dumpf und stumpf, sondern kritisch und zynisch. The Offspring, Green Day, die Donots oder Millencolin versuchen sich ebenfalls - mal mehr, mal weniger erfolgreich - in diesem Metier. Die angesprochene Zielgruppe dürfte daher gleich sein. Junge Menschen an der Schwelle zum Ernst des Lebens: „good morning innocence / why did you leave last night / self-doubts an disarry / are always by my side / … / … / one question that I got is / WHERE IS THE HAPPINESS?“ (Where Is The Happiness).