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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:37

Ben Ottewell: Shapes and Shadows

24.02.2011

One out of four

Deutschland ist der zweitwichtigste Markt im Musikgeschäft, und es gibt eine Reihe von englischsprachigen Künstlern von Chris de Burgh bis Adam Green deren Karriere scheinbar ausschliesslich der Gunst und Kaufkraft deutscher Hörer zu verdanken ist. Von TOM ASAM

 

Aber es gibt auch das umgekehrte Phänomen. Die britische Band Gomez etwa. Ihr 1998 erschienenes Debutalbum bring it on erhielt den Mercury Music Prize, eine Brit Awards Nominierung und weitere Auszeichnungen und erreichte immerhin Platz elf der britischen Albumcharts. Die Band existiert seitdem in unverändertem Lineup und hat mit zahlreichen Veröffentlichungen durchaus internationale Erfolge aufzuweisen. In Deutschland sind sie jedoch nach wie vor weitgehend übersehen.

 

Das Besondere an Gomez - ein Name bei dem heute natürlich hierzulande jeder an den FC Bayern denkt - ist die Tatsache, dass die Formation über drei Sänger und vier Songwriter verfügt. Einer von ihnen ist Ben Ottewell, der mit Shades and Shadows sein erstes Soloalbum vorlegt. Nebliger Herbstwald auf dem Cover, angekündigte Vergleiche mit John Martyn und (für Singer/Songwriter schon obligatorisch) Nick Drake lassen ungefähr erahnen, wohin der Hase läuft bzw. laufen soll. Der Mann kann singen, er kann Songs schreiben und die Platte ist gut produziert. Warum ich ahne, dass es diesem Album (zumindest bei mir) ebenso wie Gomez gehen wird, von denen ich auch nur erwähntes Debut in meiner Sammlung wiederfand, kann ich schwer beschreiben. Viellicht liegt es daran, dass ich komischerweise statt an Nick Drake an Eddie Vedder denken muss und mich das Ganze, ohne „Fehler“ benennen zu können -  einfach nicht in einem Maße, wie etwa Sean Rowe in diesen Tagen, berührt. Nichts desto trotz: Fans ruhiger Töne sollten sich selber ein Bild machen.

 

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