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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:41

206: Republik der Heiserkeit

01.03.2011

Keine Sonne - kein Cola

Paul bleibt tot! Im Alltag gibt es zwischen Schwarz und Weiß meistens viel Grau und wenig Bunt. Auch wenn die Hochglanzmagazine und das Color-TV was anderes vorgaukeln wollen. Brutal ehrlich und brutal direkt gehen 206 auf ihrem Debütalbum Republik der Heiserkeit mit dieser »situation normal – all fucked up« um. Von DAVID EISERT

 

Timm Voelker, Leif Ziemann, Florian Funke sind in Halle an der Saale zuhause. Eine Stadt, bei der man nicht augenblicklich an Wohlstand für alle, an blühende Landschaften und an eine bunt-schillernde Zukunft denkt. Eine Stadt, die jedoch einen guten Lehrmeister für Unzufriedenheit, Wut und direkte Worte abgibt. Zusammen sind sie 206 und haben ein durch und durch gelungenes Debütalbum im Gepäck, dass man so lange nicht mehr von einer deutschen Band gehört hat. Musikalisch in den Jahren `79 bis `81 verortet, textlich sattelfest im Hier und Jetzt. Was Bands wie die Fehlfarben, Abwärts, The Cure oder Joy Division angepisst und auf diese Weise angetrieben hat, gibt noch heute Anlass zu kritischen Fragen.

 

Plus all die so genannten Errungenschaften der modernen Kommunikationsgesellschaft, die doch nur ein leeres Rauschen erzeugen. Gegen diese Hochfrequenz aus Borniertheit und Bequemlichkeit stellt Timm Voelker seine Gedanken - direkt, unverkopft, rau. Schön, im »Pro7 Sinne«, ist seine Stimme nicht. Sie ist markant und präsent, auf das Wesentliche reduziert. So wie die Musik ohne gegenstandslosen Ballast auskommt. Einfach und gerade aus. Die wenig verzerrte Gitarre schlägt harte Riffs mit kippenden Obertönen. Der Bass und das Schlagzeug machen stoisch und nachdrücklich Druck. Simpel, nicht einfach, raffiniert und unbequem. Hallo Hölle – Rebellion ist eine Pflicht – die Pflicht der Jugend – es geht immer noch voran!

 

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