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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:43

MissinCat: wow

03.03.2011

Wahlberlinerin der Woche

Caterina Barberi alias MissingCat agiert unbeeindruckt zwischen Berliner Kötern und überzeugt mit sanftem Liedgut. Von TOM ASAM

 

Caterina Barberi verfügt über eine jener Stimmen zwischen kindlicher Naivität und fraulicher Romantik, die einen - vor allem gepaart mit einer neckischen Aussprache der englischen Sprache - entweder sofort anspricht oder ziemlich auf den Zeiger geht. Wenn es nicht zu aufgesetzt wirkt, bin ich persönlich für so was schon empfänglich, zumal wenn das Songgut auch stimmt. Und Wow liefert ein dutzend schöner Lieder, die einen umgehend in eine bessere Welt entführen. Beachtenswert an diesem Album ist, dass die Produktion trotz einem Dutzend Gastmusikern und noch viel mehr Instrumenten stets weit davon entfernt ist, überfrachtet zu wirken. Das berühmte »weniger ist mehr« kommt in der Art, wie die Instrumente hier eingesetzt werden, bestens zum Tragen.

 

Singer-/Songwriter-Musik, die auf zu direkte Folk-Muster verzichtet, dafür zwischen Popsong und Zirkusband, zwischen Varieté-Feeling und Kinderlied agiert. Banjo, Posaune, Mellotron, Akustikgitarre und Tenorsaxophon schlängeln sich um die Melodien und die Stimme von Caterina. Hier noch eine singende Säge, da noch ein bisschen Melodica. Die Produktion ist differenziert und druckvoll, ohne eine für diese Art von Musik tödliche Sterilität zu verbreiten. Wie gemacht für den gelungenen Musikbeitrag im Kulturradio! Songs wie The house by the river oder Fly high verfügen dabei über absolute Hitqualitäten. Seit es unter Musikern Mode ist, aus aller Herren Länder nach Berlin zu gehen, hat die Anzahl hörbarer Alben aus dieser Stadt extrem zugenommen. Dass Wow – um es noch internationaler zu machen - überwiegend in Schweden aufgenommen wurde, tut dabei nichts zur Sache.

 

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