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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:43

Hot Club De Paris: Free the pterodactyl 3

03.03.2011

Zwischen Chemie und Wahnsinn

Mit dem inzwischen dritten Studioalbum erhoffen sich Hot Club De Paris nun den großen Knall. Von MATHIAS BROSE

 

Wenn es zischt, knallt und kracht - dann sind wir in der Chemie angekommen. Doch manchmal kann Musik mehr mit Redoxreaktionen, Schwefel und Thallium verbunden werden, als enthusiastischen Kittelträgern lieb ist.

 

So auch bei Hot Club De Paris. Ihre Musik steht kategorisch für Knalleffekte, Aufmerksamkeit und Bocksprünge. Mit ihrem nun dritten Studioalbum Free the pterodactyl 3 gehen sie treu ihre Linie aus wahnsinnig machenden Melodien, schmissigen Sounds und schnittigen Indie-Pop Stückchen weiter. Das Liverpooler Dreiergespann tritt immer noch in gewohnt bengelhafter Manier in Dog tired at the spring dance marathon auf, um uns in den Rock der siebziger Jahre zu entführen mit The rise and fall of the High School suicide cluster band. Ohne sich dabei selbst zu ernst zu nehmen schwelgen sie schließlich mit uns nebst Harmonika und Glockenspiel in Three albums in and still no ballad.

 

Sich selbst nicht ernst nehmen ist womöglich eines der größeres Erkennungsmerkmale für Hot Club De Paris. Zwischen kindlicher Verspieltheit und wippenden Schenkeln bringen sie mit Free the pterodactyl 3 zusammen, was nicht zusammen gehört. Aber anders als bei Säure und Wasser funktioniert es trotzdem. Hinter jedem Refrain, unter jedem Ton und nach jeder Sekunde lauert etwas Unerwartetes auf seinen Hörer und zieht es mit in eine bunt schillernde Welt aus Humor und Widerspenstigkeit. Es ist ein Album, dass sich selbst treu bleibt ohne langweilig zu wirken. Der richtig große Knall bleibt zwar aus, aber Funken schlägt es allemal. Da bleib nur zu hoffen, dass die Drei nie endgültig erwachsen werden.

 

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