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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:46

Kakkmaddafakka: Hest

03.03.2011

Nightflight To Venus

Kakkmaddafakka, dieser Name schreit förmlich danach Albernheiten damit zu veranstalten. Wäre indessen zu einfach und nicht wirklich seriös. Unseriös sind derzeit eher (ehemalige, höhö – Anm.des unadligen »Ressortleiters«) Bundesminister, deshalb hier mit vollem Ernst zur Sache. Ein Kakkmaddafakka ist natürlich ein Party Animal und Hest ist ein Fest bei dem man Idealerweise drø sø nach Hause geht. Von DAVID EISERT

 

Kakkmaddafakka sind ein norwegisches Feierkollektiv aus Bergen. Die Positionen in der Band sind mindestens doppelt besetzt und für eine gelungene Live Party rücken sie auch schon mal in voller Fußballmannschaftsstärke an. Hest ist ihr internationales Debüt, dass vom blassesten lebenden Jungen Erlend Oye produziert und gefördert wurde. Beim ersten Hören dachte ich zunächst an Indie mit leichtem Northern Soul Einschlag. Klar, vom Mentor was abgeschaut. Nach weiteren Durchläufen ist aber sonnenklar, dass es mehr als nur das ist. Die neun Songs auf Hest sind Disko in bester und reinster Form. In einen Sound gewandet, der an die Zeit erinnert, als Diskos noch Diskotheken waren; Namen wie Rendezvous trugen und man selbiges dort auch noch haben konnte. Nicht zu vergleichen mit den gegenwärtigen 99-Cent-Bumsschuppen auf der grünen Wiese neben dem Baumarkt.

 

Der Puls schlägt mit foxtrottkompatiblen 100 bis 120 bpm. Die Sounds werden elektronikfrei, warm und analog erzeugt. Der Held des Abends heißt Frank Farian. Dieter Bohlen hatte die falsche Frisur und musste gerechterweise draußen bleiben. Die Diskokugel reflektiert Philly, Soul, Funk, Calypso, Reggae, Pop. Baccara, Boney M., Oliver Onions, Billy Ocean, Harry Belafonte, Silver Convention - sie alle sind im VIP-Bereich versammelt und tanzen ausgelassen, aber immer mit Stil, bis zum Morgen.

 

Was hier ernst, was ironisch, was einfach nur albern ist, findet man am besten selber raus. Das Album macht Spaß, ist zu keiner Sekunde langweilig und mit Hits nur so gespickt. Richtig unterhaltsam wird es eh erst auf der Bühne und da passt es ja, dass eine Tournee in Planung ist.   

 

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