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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 18:49

bvdub: Tribes At The Temple Of Silence

14.03.2011

Langweilig, aber trotzdem nicht schlecht!

Hinter bvdub verbirgt sich Brock van Wey, der Anfang der 90er Jahre als DJ in San Francisco unterwegs war und seit Kurzem auch Platten produziert. Mit Tribes At The Temple Of Silence legt er sein drittes Album vor, das wahrlich nicht spannend im konventionellen Sinne ist. Aber irgendwie ist das halb so wild, findet KRISTOFFER CORNILS.

 

Vielleicht könnte man dazu Yoga betreiben, oder Pilates, oder welche asiatische Meditations- oder Sportart gerade besonders im Trend liegt. bvdub ist sicherlich ein entspannender Hintergrundsoundtrack für ein wenig Relaxation. Und passt mit seinem esoterischen Grundton doch auch ganz gut zum bewegungsgestützten Selbstfindungstrip. van Wey lebt immerhin in China und kennt sich vielleicht tatsächlich etwas damit aus.

 

Wie dem auch sei: Das Label »Ambient Dub Techno« wird bvdub gerne mal verpasst und ist nicht unbedingt weit ab von der Spur. Zwar fehlt der Techno irgendwie schon – jedenfalls,wenn man bei dem Wort ein Mindestmaß an Beats oder Straightness erwartet. Stattdessen wartet van Wey mit einer Menge choralem Gesang und unterschwelligen Streichern aus der Konserve auf. Das ist alles nicht sonderlich tiefgründig, aber jedenfalls deep. Und das zieht sich und zieht sich und zieht sich lang hin: Mindestens acht Minuten dauert so ein Song schon.

 

Obwohl: Kann man da eigentlich noch von Songs sprechen? Tribes At The Temple Of Silence ist eher ein achtzigminütiger Block weißen Rauschens, das ab und zu in anderen Frequenzen daherkommt. Das ist nicht einmal so negativ gemeint; van Wey dürfte sich bewusst sein, dass seine Musik weniger spannend als vielmehr entspannend ist. Eben zum Yoga geeignet, oder Pilates. Oder vielleicht als Begleitung beim Einschlafen. Und das ist ebenfalls nicht wirklich abwertend gemeint, denn auch wenn Tribes At The Temple Of Silence schon langweilig und -wierig daherkommt: Es bietet wenig Angriffsfläche und ist weit davon entfernt, wirklich furchtbar zu sein.

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