Karindula ist sowohl eine Bezeichnung für einen Musikstil zwischen Tradition und Moderne als auch für das hierbei verwendete Hauptinstrument. Karindula entstand in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in Lubumbashi (Kongo) bzw. im benachbarten Sambia, wo man von Kalindula spricht. Das Hauptinstrument, eine Art Riesenbanjo, wird aus einem Ölfass, Ziegenhaut, vier Saiten und einer leeren Milchpulvertüte(!) gebaut. Der Karindula-Spieler sitzt auf seinem Instrument und singt in der Regel auch, begleitet wird er meist von einem zweiten, kleineren »Banjo« und mit Holzstäben geschlagenen Trommeln.
Vincent Kenis, der Produzent der Congotronics-Veröffentlichungen, stellt hier vier junge Karindula-Bands vor, die er während eines dreitägigen Festivals in der Minenstadt Lubumbashi live aufnahm. Der von der traditionellen Musik der Bemba und Luba beeinflusste Stil, der mit einer Prise Reggae angereichert ist, wird hier in seiner rauen und direkten Art präsentiert. Es handelt sich hierbei um eine Musik, die sehr in den Alltag eingebunden ist, und nicht in erster Linie zu kommerziellen Unterhaltungszwecken gespielt wird.