Nach ausführlichen Beschreibungen zwischenmenschlicher Desillusionierung beginnt der Mann mit dem Rauschebart nun natürlich nicht plötzlich über Cabrios und Sonntagsausflüge zu schreiben. Die Songs auf Gold in the Shadow basieren angeblich auf einer bestimmten Abfolge psychopathologischer Störungen aus dem Diagnostischen und statistischen Manual Psychischer Störungen. Wer fachlich interessiert ist, soll sich da ruhig weiter einarbeiten. Der Sänger stellt sich also seinen eigenen inneren Dämonen und macht sich auf Richtung Hoffnung. Der Goldschatz in Form innerer Ausgeglichenheit mag am Ende des Regenbogens liegen, wenngleich noch im Schatten. Es ist ein langer Weg, der mit wunderschönen Melodien beschritten wird. Fitzsimmons erinnert stellenweise an die geradlinigeren Stücke eines Sufjan Stevens zu Zeiten, als dieser noch angeblich alle amerikanischen Bundesstaaten vertonen wollte. Statt Welcome to the Illinois heißt es hier also »Welcome to the Rauschebart« – und seinem zeitlosen und – wen wundert es bei dem Hintergrund – nicht mit Aufmerksamkeit als Selbstzweck agierenden, schönen Singer-/Songwriter-Album.
