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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 19:00

The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble: From the Stairwell

24.03.2011

Kilimanjaro Kopfkino

Es gibt wenige von diesen Bands, den es mit jedem neuen Album gelingt, alle Erwartungshaltungen zu erfüllen und trotzdem noch zu überraschen. The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble ist zweifellos eine dieser Bands und ihr neues Album From The Stairwell ein Meisterwerk des … Ja, des was eigentlich? Von KRISTOFFER CORNILS

 

Ist das noch Jazz? Ist das noch Filmmusik? Vom loungigen All Is One, das das sinistere Highlight einer jeder Chillout-Kompilation sein könnte bis zum letzten Track Past Midnight, dem man gut und gerne das Prädikat »post-apokalyptisch« geben darf: TKDE spinnen ein dichtes Netz aus Suspensen, Soundscapes und verschiedenartigsten Atmosphären. Es lohnt sich eigentlich nicht mehr, hier noch von einer Band zu reden, die Musik für Stummfilme macht. Kein Film könnte dem standhalten. Kein noch so abgekarteter Genrename kommt dem bei, selbst das selbsterwählte »Darkjazz« nicht. Sowieso: Bei der Vielzahl von Verweisen, integrierten Genres und den verschiedenen Stimmungen, die die Musik durchläuft, zieht es einem zuhauf die Bilder wie Zelluloidstreifen aus den Gehirnwindungen. Das ist und bleibt trotz – oder gerade wegen – aller Längen spannend: Als wäre jeder Song sein ganz eigener Film, hier mal ein Giallo, dort mal ein Fritz-Lang-Film, hier wieder ein Film Noir. Ein Album mit Wendungen, aber auch meisterhaft eingesetzten Pausen. Das überraschende Moment dieser Platte liegt beim Hörer selbst und was sein Kopf mit dem Kaleidoskop von Inputs anstellt.

 

Die Stücke funktionieren als eigene Assoziationswelten, zusammengehalten vor allem durch das Drumming von Gideon Kiers, der so versiert spielt, dass man das Schlagzeug kaum noch als Instrument wahrnimmt, sondern vielmehr als unterschwellige Struktur. In den Hintergrund zu treten hat bei TKDE Methode. Selbst die überragenden Gesangspartien Charlotte Cegarras laufen manchmal nur dezent leise im Mix mit, sind manchmal überhaupt nicht vorhanden und fehlen trotzdem nie. An ihre Stelle treten wieder andere Stimmen, von der Posaune bis zur Violine und generieren ein Zusammenspiel, das harmonischer nicht sein und atemberaubender kaum wirken könnte.

 

From The Stairwell ist das mit Abstand vielschichtigste Werk der niederländischen Band – das beste, könnte man vielleicht sagen. Aber es wird bestimmt ein weiteres geben und solange bleibt dieses ein eingehaltenes Versprechen dafür, dass TKDE nicht nur nie enttäuschen, sondern dass sie auch nie aufhören, zu überraschen.

 

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