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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 19:05

Favez: En Garde!

31.03.2011

Un pour tous, tous pour un

Un pour tous, tous pour un Favez: En Garde! Die Klingen gezückt, das Visier offen, Mann gegen Mann, die Schweizer Edelleute werfen nach drei langen Jahren wieder den Fehdehandschuh und fordern alle langweiligen und ironielosen Rocktruppen dieser Welt zum Duell. Den Kampf über die volle Distanz hat DAVID EISERT mitverfolgt.

 

Eigentlich kann ich diese Kritik mit einem Wort abschließen. Großartig! So wie (fast) alles von Favez. Zu sehr habe ich die sympathische Band aus dem französischen Teil der Schweiz ins Herz geschlossen, als dass ich mit der notwendigen Objektivität zu Werke gehen würde. Aber warum auch. Sie sind einfach zu gut und haben mich noch nie enttäuscht – oder so gut wie nie. Drohte mit dem Album Old And Strong In The Modern Times (2005) das reine Gitarrenkonzept ins latent Langatmige zu kippen, holte man sich zwei feste Tasteninstrumentalisten ins Boot. Auf Bigger Mountains Higher Flags (2007) wurden die nun möglichen Neuerungen ausgelotet.

 

 

Wohin diese Reise geht, zeigen die neuen Songs auf En Garde! Tearing Down The Highway: ein kurzer Auftakt von Fabrice am Schlagzeug, ein mächtiger Akkord von Guy, dazu die sehnsüchtige Stimme von Chris. Beruhigung macht sich breit, Favez gehören nach wie vor zu den Guten. Sie wissen wie man groovt, rockt, große Harmonien und Riffs schreibt, wissen, dass ein Bass pumpen und das Schlagzeug nicht gestreichelt werden muss. Orgel und Klavier haben sich in der Band emanzipiert und ihren Platz gefunden. Es muss nicht alles immer und gleichzeitig vorne mitmischen. Der unverkennbare Gitarrensound sowie die charakteristische Stimme vom Bandkopf Chris Wickey klingen so frisch wie am ersten Tag. Die Macht der Berge genießt nur, wer auch inne halten kann. Like The Old Days und The Heart Of A Cynic knallt das Brett vorn Kopp; The Kids ist eine highspeed Punkrockhymne par excellenze; Living In The Past, Under The Sun und Closet Astronaut kommen gemäßigt daher und mit End The Show findet diese erwachsene Rockplatte ein dramatisches Ende.

 

Wie immer sollte man den humorvollen und ironischen Texten ein paar Augenblicke Aufmerksamkeit widmen. Lohnt sich. Genauso wie sich der Besuch eines Konzertes lohnt. Denn erst auf der Bühne lassen die selbsternannten Sons of Steve Mcqueen ihr räudiges Rockbiest so richtig von der Kette. Im April/Mai auf ausgedehnter Tour in den feinsten Clubs der Stadt. Gentlemen start your engines, we brake for no one!!!

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