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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 19:06

Declan De Barra: Fragments, Footprints and the Forgotten

07.04.2011

Fährmann hol über

Auf seinem neuen Album nimmt sich Declan De Barra den Schicksalen der Irischen Auswanderer zu Anfang des 20. Jahrhunderts an. Lieder und Geschichten über den drohenden Untergang in der Heimat und die Ungewissheit der Zukunft in der Fremde. Mit Armut, Hunger und dem Tod als ständige Begleiter war so eine Reise alles andere als eine Butterfahrt. Entsprechend melancholisch klingt auch Fragments, Footprints and the Forgotten. Von DAVID EISERT

 

Im Mittelpunkt der Songs steht die tiefe, sonore Stimme des Iren De Barra, der in seiner Vita selbst diverse Umsiedelungen verzeichnen kann. Er kennt die Gefühle des immer wieder Aufbrechen müssen zur Genüge. Spärlich instrumentiert, mit Akustikgitarre oder Harmonium, im absoluten DIY aufgenommen, gibt es 12 neue Kompositionen und ein Traditional zu hören. Declan De Barra beschreibt seine derzeitige Situation selbst als DIY BYB (do it yourself because you’re broke). Was ihn aber nicht frustriert, sondern antreibt. Die Lieder klingen wie eine Schnittmenge aus dem alten Johnny Cash, Neil Young akustisch und Nick Cave. Also gar nicht nach dem Punk und Hardcore Background des jungen De Barra. Wobei derzeit ja viele tough guys ihr Heil in der Schlichtheit suchen. Die Songs haben bisweilen etwas Sakrales und Erhabenes. Allerdings hat diese Kirche nicht die Dimensionen eines Kölner Doms, sondern steht windschief und verlassen an einem windigen Flecken irgendwo an der Küste. Sehr schön auch die Aufmachung der CD. Ein gefalteter Pappschuber aus Umweltpapier, mit einer morbiden S/W-Zeichnung. Das Coverthema zieht sich durch das gesamte Booklet. Zu jedem Text gibt es eine individuelle Zeichnung, die von De Barra höchstselbst angefertigt wurden. Das Auge hört schließlich auch mit.

 

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