Drone, Doom – das sind große Worte für Genres, in denen die Gitarrenverstärker gerne mal bis elf rauf- und die Instrumente dafür um gut eine Quinte runtergeschraubt werden. Peterlicker, die sich nach satten 20 Jahren wieder zusammengefunden haben, veröffentlichen nun mit Nicht einen Instantklassiker, mit dem sie auch die Großen ihrer Gattung locker an die Wand spielen. Sie sind vielschichtiger als eine Band wie SunnO))) (deren Stephen O’Malley begnügt sich ausnahmsweise damit, das Layout der Platte zu gestalten; er hat aber trotzdem seine Finger auch bei den Österreichern im Spiel) und stützen sich nicht nur auf beeindruckende Verstärkertürme, sondern nutzen ihr Equipment für ein beachtliches kreatives Wechselspiel: Da laufen sphärische Synthesizer parallel zu verfremdeten Noise-Kaskaden und die Gitarrenarbeit oszilliert zwischen mahlenden Tiefen und kreischenden Höhen. Dazu growlt Sänger F. Hergovich auf einigen Tracks so dermaßen düster und morbide über die Musik, dass die Dissonanz perfektioniert wird.
Das zu fünf Songs gebündelte Kakophoniegewitter ist zeitweise schmerzhaft anzuhören. Es weckt Beklemmung, strahlt eine epische Morbidität aus – es ist ein perfektes Drone/Doom-Album. Ein Meilenstein ist dieses verspätete Debüt – eines, das gehört werden sollte! Der Tausch gegen normale Schlafgewohnheiten und ein wenig Nyktophobie ist auf jeden Fall ein fairer.