Nimmt man Berlin 13 zum ersten Mal in die Hand, wird einem aufgrund des gesamten Layouts recht schnell klar, was einen da erwarten sollte. Wahrscheinlich ein Rockalbum. Vielleicht auch ein Album, das mehr in Richtung Singer bzw. Songwriter geht. Auf jeden Fall deutsch und auch was für Frauen. Weit gefehlt!
Am 15. April erscheint das vierte Studioalbum des Exberliners und präsentiert sich in einem Gewand aus Dub-Atmosphären, seichten und leichten Gitarrenklängen sowie stetiger Rhythmik. In jedem Fall etwas düster und verstaubt kommt der neue Klang rüber. Als Erklärung gibt Aubele selbst an, dass dieses Werk das Resultat seines Lebens in Berlin sei. »Ich musste mich den Dämonen stellen. Wenn alles verschwindet, was du für selbstverständlich hältst und du dich in einer völlig neuen Situation wiederfindest, musst du alles in deinem Leben neu definieren.« Aber ist Berlin so düster, wie der erste Song uns vermitteln will? Es klingt anfangs jedenfalls erstmal so als wäre Aubele im Winter nach Berlin gezogen.
Das komplett selbst produzierte, gemixte und fast allein geschriebene Album erstreckt sich über zehn in sich stimmige und harmonierende Songs. Jedoch: Für den gemeinen Hörer kann sich diese Harmonie sehr schnell in Monotonie umwandeln. Nimmt man es so, wie Aubele selbst, dann ist Berlin 13 wohl ein wirklich gelungenes Werk zur Selbsterkundung und geistigen Weiterentwicklung.
So sehr er sich darauf bezieht die Songs nach und über Berlin geschrieben zu haben, merkt man doch, dass er vorher in Buenos Aires ansässig war. Insgesamt 3 Songs des Albums sind auf Spanisch. Sechs andere auf Englisch. Da bleibt noch einer übrig. Dieser nennt sich wie oben erwähnt Berlin und hat einen simplen Text: Sueno Buenos Aires, Sueno Berlin.
Die Bedeutung dieses Satzes soll hier nun mal verschlüsselt bleiben, ist aber – so viel darf verraten werden – wohl die Variable, die Berlin und Buenos Aires mit Federico Aubele verbindet. Gegen Ende der CD traut er sich dann doch noch etwas verspielter zu werden, bleibt sich insgesamt jedoch treu und bringt die Entführung in staubige Welten mit Gitarren und Dub stilvoll zu Ende. Auf Messers Schneide zwischen den besonderen Tönen und der übergreifenden Langweiligkeit schafft er es am Ende doch noch, den Hörer auf seine Seite zu ziehen.
So bleibt das Fazit so wortkarg, wie Federico Aubele an vielen Ecken seines neuen Albums: Düster, dafür echt. Langsam, dafür genau. Einfach. Nicht Öde.