Wenn auf der Hanauer Landstraße der Wechsel vom Business- zum Spaßbetrieb stattfindet und der Abend der Nacht weicht, dann lohnt es vielleicht, mal `ne kleine Runde mit dem Wagen zu drehen. Nur mal gucken, was so los ist. Vielleicht geht ja was. In der Anlage Dance/Sleep von Cargo City. Dem Projekt vom Frankfurter Jung` Simon Konrad, welches im Lauf der Zeit mehr und mehr die Züge einer »echten« Band annimmt. Gerade wurde der Film Vincent will meer mit dem deutschen Filmpreis geehrt. Ganze vier Songs konnten Cargo City dabei auf dem Soundtrack platzieren. Was sicherlich der langjährigen Zusammenarbeit mit dem Produzenten Hildenbeutel zu verdanken ist, der maßgeblich an der Gestaltung des Soundtracks beteiligt war.
Und diese fruchtbare Zusammenarbeit findet auf dem neuen Album seine Fortsetzung. Hier vereinen sich die besten Momente der eher zurückhaltenden Welt eines Liedermachers mit der bedingungslosen Suche nach dem Hit eines Popproduzenten. Melodien und packende Gesangslinien, mit durchaus hörenswerten Texten, werden auf den Punkt genau untermalt von düsteren (Dance/Sleep), balladesken (The Tale Of The Careless Man) oder orchestralen (Not Like Us) Sounds. Der warme Klang von akustischen Instrumenten eint sich mit treibenden Elektrosounds. Konrad hat sich bei seinen Songs glücklicherweise nicht an den üblichen Kunden seines Produzenten orientiert. Inspirationsquellen sind hier nicht Laith Al-Deen, Simon Collins oder Yvonne Catterfeld, eher Placebo, Muse und Coldplay. Ein sehr solides Indiepopalbum ist Dance/Sleep allemal geworden und wenn die Sonne langsam über dem Frankfurter Kreuz aufgeht, das Nachtflugverbot aufgehoben ist und der Tank fast leer, dann hat selbst das Rhein-Main-Gebiet seine schönen Seiten.