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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 19:15

Charlie Haden & Quartet West: Sophisticated Ladies

14.04.2011

Jazz, ganz groß

Eigentlich reicht es, die Namen der Musiker und Interpreten aufzulisten – und sofort ist klar, was geboten wird: klassischer Jazz von allerbester Qualität. Jazz, der sich für ein Candle Light Dinner, einen gepflegten Whiskey und eine kubanischen Zigarre eignet. Von JÖRG ESCHENFELDER

 

Charlie Haden hat nach elf Jahren Pause mit seinem Quartet West endlich wieder ein Album eingespielt und zum 25-jährigen Bestehen seiner Formation sich selber und seinen Fans einen Traum erfüllt und das bestmögliche Geburtstagsgeschenk gemacht: ein Album, das das Zeug zum Klassiker hat!

 

Charlie Haden (Bass), Ernie Watts (Saxophon), Alan Broadbent (Piano) und Rodney Green (Schlagzeug) haben Cassandra Wilson, Diana Krall, Melody Gardot, Norah Jonas, Reneé Fleming und Ruth Cameron ins Studio eingeladen und mit ihnen All-American-Songs eingespielt, die so schon ewig nicht mehr oder sogar noch nie zu hören waren: Melody Gardot flüstert und haucht gleich zu Beginn »If I’m Lucky« und gibt den Ton vor. Den Schluss macht Diana Krall mit einem ebenso düsteren, wie verzweifelten »Goodbye«.

 

Dazwischen streuen Charlie Haden und sein Quartet West reine Instrumental-Stücke, passend zum Film Noir-Stil des Albums: »Sophisticated Lady«, das Thema von »Markham«, »Angel Face« (eine Hommage an den verstorbenen Hank Jones) sowie als glitzernde Kontrapunkte mit »Today I Am a Man« und »Wahoo« zwei Bebop-Nummern.

Das Album Sophisticated Ladies des Charlie Haden Quartet West ist durch und durch erste Güte, jederzeit hörenswert und sollte in keinem Plattenschrank ein Loch reißen. Denn das ist wirklich ganz großer Jazz.

 

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