Brian Setzer ist verdammt Rockabilly, das sieht man an seinen Tattoos und seiner Gitarre. Kenner wissen auch seine Stimme zu schätzen. Denn in früherer Zeit versetzte Setzer sowohl Jung als auch Alt zurück in die wilden Zeiten von Cadillacs und langen Röcken. Wie damals hat er sich auch für sein neues Album wieder in einer Drei-Mann-Combo versammelt, um in die Instrumentalen zu gehen.
Das Album öffnet sich mit dem flotten Blue Moon of Kentucky und ziemlich schnell ist man Teil der Zeitreise in die Vergangenheit. Und wer ein Fan der wilden Zeit ist, der fühlt sich hier auch geborgen und gut unterhalten. So ist die Musik mal schnell und mal langsam, mal froh und mal etwas nachdenklicher. Vor allem trumpft Setzer mit seinen zwei Mitmusikern durch viele Soli auf. Diese, wie auch der Wechsel von der Gitarre zum Banjo ziehen sich durch die gesamte Platte. Leider wird dieser Sound für den gemeinen Hörer ziemlich schnell ziemlich öde.
So schaffen die drei Amerikaner es nicht, an irgendeiner Stelle der Platte durch eine Besonderheit aufzublitzen. Oft sagt man ja, dass alles so besonders ist, dass nichts mehr hervorstechen kann. Bei Setzer goes Instru-mental ist das leider nicht so. Die Platte erstreckt sich über elf mehr oder weniger insgesamt gleich klingende Songs. Schade eigentlich, denn von der Idee her ist die Lust nach einer 60er-Party durchaus geweckt.
Vielleicht liegt das Manko der Platte eben genau darin, dass Setzer sie rein Instrumental gehalten hat und der Hörer ohne Text eben nicht weiß, ob er sich bei Eis am Stiel, Zurück in die Zukunft oder Walk the Line befindet. Allerdings würde jeder der Songs in einen Tarantino-Film passen.
Fazit: Wer gerne mal eine Rockabilly-Party machen will, der hat, bis sich die Tanzfläche gefüllt hat, eine gute Wahl damit getroffen, Setzers neue Platte aufzulegen. Wenn es an das Tanzen geht, sollte man sich jedoch lieber an die üblichen Partyhits halten.