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Mittwoch, 23. Mai 2012 | 19:17

Matthewdavid: Outmind

21.04.2011

Looking down on the city of angels

Gespenstisch-schöner Frickel/Stückel/Kratz-Wahnsinn. Chillwave's evil twin auf dem Flying-Lotus-Label Brainfeeder. Von TOM ASAM

 

Der Smog reißt ein Stück auf und gibt einen Blick frei auf die Stadt der Engel. Die Metropole, welche den kalifornischen Traum mit dessen Antithese vereint. Stadt gigantischen Ausmaßes, Herz des Staates, der ökologischer Vorreiter sein will – so gut wie ohne funktionierendes Nahverkehrssystem. Magnet für Glitzer, Glammer, Glücksucher und Freaks. Matthewdavid vertont mit Outmind gewissermaßen die Faszination dieser im höchsten Maße diversen und widersprüchlichen Stadt. Beats werden geloopt, rückwärts angesetzt, geschreddert und gebremst. Unmöglich zu sagen, welcher Soundfetzen gerade ursprünglich einem alten Instrument entlockt wurde, irgendwelchen Samples entspringt oder von entsorgten Tapes aus des Nachbarn Mülleimer rausgeleiert sind.

 

Keine Atempause wird gemacht, immer frickelt es nach vorne. Das ist, wie schon herauszuhören, nicht unbedingt leichte Kost, hat aber trotz aller Unruhe und Komplexität eine strahlende, beglückende Wirkung. So schwer in Worte zu fassen wie Los Angeles eben. Ein beeindruckendes, gut halbstündiges Stimmungsbild, geeignet für Leute, denen Baths oder Flying Lotus nicht zu anstrengend sind – oder für jene, die sich so etwas wie eine düstere, geheimnisvolle Seite von Chillwave ausmalen können.

 

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