von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Mittwoch, 23. Mai 2012 | 19:21

Amber Rubarth: Good Mystery

28.04.2011

Vielleicht nicht ängstlich, dafür schüchtern

Über Amber Rubarth wurde geschrieben, dass sie einst ihre Kettensäge mit der sie Skulpturen herstellte, gegen eine Gitarre eintauschte. JULIAN SCHRAVEN findet, dass der Tausch gut war, hofft jedoch, dass die Skulpturen damals etwas einzigartiger waren.

 

Keine Frage: Wenn das zweite Album der Amerikanerin auf den Markt kommt, dann wird es gelobt und stolz präsentiert werden. Zu Recht! Trotzdem bleibt die Frage im Raum, ob sich die junge Amber nicht getraut hat etwas Neues zu machen, oder ob sie dafür noch reifen muss.

 

Der erste Song der Platte Good Mystery zeigt klar auf, in welchen stilistische Richtung der Hörer sich bald bewegt und auch über die gesamte Spielzeit der Platte bleibt die Idee der Platte überzeugend bestehen. Stimmlich ist Rubarth gleichauf mit vergleichbaren Mitstreiterinnen der Folk-Pop- und Songwritermusik. Doch leider zeigt die Platte in dieser großen Masse an Künstlerinnen, wie Nelly Furtado, Norah Jones oder Sarah McLachlan nur wenige Eigenarten oder besonderen Wiedererkennungswert.

 

Was man aber hört, ist, dass Amber Rubarth sich Gedanken bei ihren Songs gemacht hat und sie mit viel Gefühl interpretiert. Als Gesamtwerk sei jedoch angemerkt, dass die Reihenfolge der Songs etwas unglücklich gewählt wurde. So stünde der, dem Album seinen Namen gebenden Song Good Mystery sicherlich besser am Anfang des Albums. Genau so kommt auch das Gefühl, dass ein Song der letzte auf dem Album sein sollte, zu oft auf. Vielleicht liegt das daran, dass Rubarth in jedem zweiten Song mit ihrer Kettensäge abschließt und sich entscheidet, als Songwriterin in die große Welt zu gehen? Verwirrend sind auch die ca. eineinhalb Minuten Stille kurz vor Ende des Albums. Natürlich hat sich Rubarth etwas dabei gedacht. Nur was das war, bleibt dem Hörer verborgen. Wiedererkennungswert hätte diese Stille wohl dann gehabt, hätte man sie so aufgenommen, dass man hört, dass man sie aufgenommen hat.

 

Trotzdem bleibt das Album hörenswert, wenn es vielleicht auch etwas schneller im Regal verschwindet, ohne wiedergefunden zu werden. Den Name Amber Rubarth sollte man sich jedoch merken, denn in Zukunft und mit dem einen oder anderen Album mehr, wird dieser Name bald sicherlich viel wert sein. Das beweisen alleine schon die vergangenen Kritiken in ihrer Heimat. So gewann sie, ohne dass es jemand gemerkt hat – und da ist sie eben wieder, die Heimlichkeit – die International Songwriting Competition. Außerdem reist man nicht umsonst durch die ganze Welt, wenn man nicht noch etwas vor hat. Neben den USA und Japan bereist Rubarth auch Europa - und natürlich Deutschland (siehe Termine!).

 

Die kommenden Live-Gigs werden besuchenswert sein. Mit Sicherheit erwartet die Besucher ein gemütlicher Abend, bei Kerzenlicht und schöner Musik. Mehr leider noch nicht, aber Wiedersehen macht ja bekanntlich Freude.

 

Amber Rubarth auf Tour:

12.05.2011 – Hamburg / Astrastube

13.05.2011 – Kassel/Schlachthof

14.05.2011 - Itzhoe/ Lauschbar

17.05.2011 – Berlin/NBI

18.05.2011 – Köln / Barinton

19.05.2011 – Duisburg/Steinbruch

20.05.2011 – Bad Frankenhausen / Panorama Museum

21.05.2011 – Schrobenhausen / Alte Nähfabrik


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