von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen Eli Pariser: Filter Bubble Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:10

Rubik: solar

29.04.2011

Großes finnisches Kino

Von den Leningrad Cowboys bis zu Eläkeläiset, oft genug geben Finnische Bands Anlass zum naheliegenden, wenngleich wohlwollend gemeinten Ausspruch: die spinnen, die Finnen. Rubik aus Helsinki bauen mehr auf die Musik, als auf exzentrisches Auftreten, spinnen wenig und präsentieren ein sehr überzeugendes Popalbum. Von TOM ASAM

 

 

 

Auf der Innenseite des Digipacks prangen die Worte: »wave goodbye to the glory days – say hallo to darkness.« Dazu wurde solar auch noch in einem fensterlosen Raum aufgenommen – und das ausgerechnet während eines ungewöhnlich schönen finnischen Sommers. Aber das soll alles weder auf die Musik noch die Zukunftsperspektiven der Band hinweisen. Denn die Musik ist überwiegend gute Laune verbreitend und verfügt maximal über nachdenklich-melancholische Zwischentöne, die eher dem kleinen Wölkchen auf dem Frontcover, als großer Düsternis entsprechen.

 

Erwähnenswert ist der Ort der Aufnahme eher deshalb, da es sich um einen Raum des House of Culture in Helsinki handelt, einem ehemaligen Filmtheater, das vom Stararchitekten Alvar Aalto entworfen wurde. Der Sound auf solar ist wunderbar direkt und warm, das ganze Album großes Kino. Die Band schafft es, eingängige Popmomente mit experimentellen Ansätzen zu verknüpfen, ohne dabei ins Kindische einerseits oder in instrumentalen Exhibitionismus andererseits zu verfallen. Zeitloser Pop mit psychedelischem Touch und einer sehr individuellen Note, der sich nicht vor angloamerikanischer Konkurrenz zu verstecken braucht. Also Jungs: Raus aus der Dunkelkammer. Wave goodbye to darkness. Say hallo to the glory days!


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