Marla Glen, eine 1960 in Chicago geborene Sängerin mit androgynem Auftreten und tiefer Stimme, erzielte mit ihrem 1993 erschienen Album This is Marla Glen in Europa große Erfolge. Sie brachte sogar Songs in TV-Werbespots unter, was damals noch nicht so einfach war, von vielen Musikfans allerdings auch sehr kritisch bewertet wurde. Glen, seit Ende der 90er in Deutschland lebend, konnte wie Cock Robin nie wieder an ihren Anfangserfolg anschließen. Das mag unter anderem auch persönlichen Problemen geschuldet sein. Trotzdem wundert man sich – auch bei Berücksichtigung der Tatsache, dass im Musikgeschäft seitdem der Mainstream der Minderheiten an Boden gewonnen hat – warum sich so was nicht weiter wie geschnitten Brot verkauft hat. Humanology bietet eingängigen Pop, der von Blues, Soul und Rock gleichermaßen geprägt ist. Mit ihrer bluesigen Stimme trägt Glen Songs vor, die sich mit persönlichen und gesellschaftlichen Themen bewegen und auch Glaubensaspekte berühren. Da ist dann auch Xavier Naidoo als Gesangspartner auf Believer zur Stelle, was mich persönlich eher abschreckt. Aber vielleicht hilft es ja, die nötige und auch verdiente Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Glen verarbeitet traditionelle Stile zu Popsongs in einer Art, die ebenfalls eher an die 80er Jahre erinnert; auch wenn sie erst 1993 debutierte, und mittlerweile 2011 ist. Das sollte doch seine Hörer finden.