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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:13

Easy Star All-Stars: First Light

02.05.2011

Die ersten Sommerlichter sind nicht mehr weit

Der Name sagt es zwar schon, trotzdem ist es schwer zu glauben, dass die Easy Star All-Stars eigentlich keine richtige Band sind. JULIAN SCHRAVEN ist erstaunt über die Combo, die eigentlich etwas völlig Anderes machen wollte.

 

Im Jahr 2003 gründete Labelinhaber Michael Goldwasser ein Musikprojekt, das »neu interpretieren und wiedergeben wollte«. Konkret bedeutete dies, dass er mit seinen Freunden bekannte Songs und Alben im Reggae-Sound nachspielte. Nur hatte er dabei nicht bedacht, dass dies so erfolgreich klappen sollte, dass die Fans bald nach mehr verlangten. Es folgten Livegigs, nicht nur in der Heimat, sondern inzwischen in 30 Ländern rund um den Erdball.

 

Am 29. April erschien nun das erste Album der Gruppe rund um Goldwasser. Eröffnungsnummer von First Light ist Don´t stop the music. Die Easy Star All-Stars legen den Sound der Platte hier ganz klar fest. Reggae, teilweise in seiner Urform, aber auch verspielt mit neu gewonnen Sounds und Einflüssen aus Pop, R´n´B und Soul. Natürlich, denkt man nun, gab es so etwas schon. Doch Konsorten wie Ziggy Marley oder Gentleman, welcher deutschlandweit sicherlich, aber auch global ja fast schon eine Monopolstellung in Sachen Reggae innehat, können in keiner Weise mit der Sound- und Klangvielfalt der All-Stars mithalten. Und überhaupt: Warum muss sich Reggae immer mit Marleys vergleichen?

 

Die Vielfalt von ELAS zeigt sich alleine schon im zweiten Track Break of Dawn, welcher sehr überraschend mit der Frauenstimme von Joanne Williams auftrumpft. Im Verlauf des Albums können die Amerikaner durch diese Vielfalt an Musikern und Stimmen noch sehr oft punkten, und nicht selten finden sich alte Bekannte vom Anfang am Ende wieder.

 

Auch stilistisch balancieren die zwölf Musiker sicher über das dünne Seil, auf welchem viele Mitstreiter des Genres stolpern - und oft genug auch fallen. Von schnellen, durchaus partyfähigen Songs, über gechillte Nummern zum Aufräumen nach der Party - alles ist dabei. Oft wird an der Grenze zum Ska gekratzt, wobei stets eine poppige und eingängige Note vorhanden bleibt. Irgendwo ist es da auch logisch, dass in Track 4, One Likkle Draw, der genüssliche Konsum von Marihuana thematisiert wird. Wäre dies nicht so, fehlte etwas.

 

Praktisch für die Combo ist natürlich das Release-Datum. Angesichts sonniger Frühlingstage und einem hoffentlich warmen Sommer sollte First Light einen der ersten Plätze für die Frühjahreseinkaufsliste einnehmen. Ob das Werk am Baggersee, beim Grillabend oder in der Disco eingesetzt wird, ist egal. Es ist ein Universalwerkzeug für Sommerabende.

 

Anfang 2012 soll übrigens schon das nächste Album von den Easy Star All-Stars erscheinen. Dieses wird die kalten Wintertage dann sicherlich sehr viel schneller vergehen und wärmer erscheinen lassen ...

 

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