Jede Nuance bleibt wahrnehmbar und trotzdem entfalten die zwar spärlich gesäten, aber trotzdem immer nach vorne gehenden Refrains ihre volle Wirkung. Eigentlich klingt das kaum noch nach Live-Aufnahme, eher wie frisch aus dem Studio. Das Publikum jedenfalls ist selten zu hören, und sowieso dürfte es bei jedem Song wieder ein anderes sein, denn die Aufnahmen wurden aus einer Menge von verschiedenen Konzertmitschnitten ausgewählt. Umso überraschender dann, dass Roadwork Vol. 4: Intrepid Skronk trotzdem funktioniert wie ein fast anderthalbstündiger Gig, selbst aus der Konserve heraus noch die voll psychedelische Wirkung eines Motorpsycho-Erlebnisses ermöglicht. Wer die Band noch nie live gesehen hat, der bekommt zumindest das beste Beinahekonzerterlebnis geboten, das er sich nur wünschen kann. Der bleibende Eindruck nach Durchlauf der Platte jedenfalls ist derselbe wie nach einem Konzert: Einmal die Qualitäten einer der sympathischsten und integersten Stadionrockbands bewiesen bekommen zu haben. Und wer auf Repeat drückt, der kann sich die Motorpsychos immer und immer wieder ins Wohnzimmer holen.