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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:14

Dobré: Do the Dobré

05.05.2011

Folk-Pop mit Herz, Hirn und Humor

Zu schön um wahr zu sein. Dieses großartige Popalbum ist das Debut einer jungen Formation aus München. Von TOM ASAM

 

Die 2006 gegründete Band Dobré nahm sich Zeit für ihr Debut. Doch die Songs, die sich im Lauf der Zeit angesammelt haben, wirken bei aller gebotenen Abwechslung, wie aus einem Guss. Im Zentrum stehen dabei stets tolle, eingängige Melodien und die prägnante Stimme des Sängers Johannes Dobroschke. Dessen Spitzname ist Joe, die Phrasierung seines Gesangs erinnert allerdings stellenweise deutlich an einen anderen Dreibuchstaben-Namen-Sänger: Bob. Und so hat ihm die Süddeutsche Zeitung bereits den Spitznamen »Dylan von Schöngeising« verpasst.

Die Sympathien für die mid-60´s Phase der Legende werden durch den passenden Orgel- und Pianosound noch deutlicher. Trotzdem ist das hier beileibe kein lebendes Popmuseum. Die Rhythmus-Gruppe sorgt für satte und präzise Power und die Analog-Synthie-Soundkleckse für zusätzliche Frische. Bei allem musikalischen Können kommt der Vintage-Popsound stets absolut lebendig daher und erinnert im positiven Sinne beinahe an eine gelungene Live-Performance. Dazu trägt die gelungene Produktion von Michael Kamm bei, dessen eigene Band Nova (International) letztlich nie ganz die hohen (eigenen) Erwartungen erfüllen konnte.

 

Dobré haben auf dem Weg zur neuen süddeutschen Popsensation bereits ein großes Stück zurückgelegt: Bei der on3-Startrampe des Bayrischen Rundfunks, einer Veranstaltung, die vierteljährlich drei Bands/Solokünstler per Sendungen, Auftritten und Videoproduktion einen zusätzlichen Karriereschub verpasst, gewann die Band vor kurzem den Publikumspreis. Und das zurecht. Dobré verfügen über ein großes Songwriting-Talent, die Texte beweisen Tiefe und Humor – und sie wirken auf der Bühne frisch und erfahren zugleich. Spätestens, wenn sie in der Lage sind, ein vergleichbar gutes zweites Album nachzuschieben, werden wir hoffentlich noch viel von Dobré hören. Doch jetzt heißt es: Do it, do the Dobré – get your copy! Hitverdächtige Anspieltipps: Freddy und Her Hands.

 

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