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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:21

The Lovely Savalas: Pornocracy

12.05.2011

Stop the Rock!

Selbst wenn es noch vereinzelte Bands geschafft haben: Alles, was an Alternative Rock aus den 90ern ins zweite Jahrzehnt des dritten Jahrtausends herübergeschwappt ist, zappelt schon längst auf dem Trockenen. Die italienischen Exzentriker von The Lovely Savalas wollen mit Pornocracy nicht nur das Genre reanimieren, sondern das Ganze auch noch mit politischen Inhalten spicken. KRISTOFFER CORNILS über einen gut gemeinten Versuch, der etwas mau umgesetzt wurde.

 

Die in Deutschland wenig bekannte Gruppe darf dank einer Debüt-EP, einer Menge Tourerfahrung in aller Welt und gehöriger Öffentlichkeitspräsenz im Heimatland einige bekannte Musiker zu ihrem Freundeskreis zählen. Der hat fast noch deutlicher die Hände im Spiel als die Band selbst – könnte man meinen. Nick Oliveri (der leicht- bis gar nicht bekleidete Bassist der Queens Of The Stone Age), Martyn Lenoble und andere berühmte Zaungäste, hatten durchaus einen kaum zu überhörenden Einfluss auf das Album. The Lovely Savalas holen durchaus den Alternative Rock aus dem Keller, bedienen aber auch alle Standards des Genres.

 

Mal surferkompatibel, grungelastig oder etwas soliverliebt grooven sich die Italiener und ihre Mitstreiter durch die 12 Tracks des Albums – und wirken einerseits ziemlich sympathisch, andererseits aber doch etwas epigonal. Pornocracy überzeugt trotzdem noch mit einem gefälligen Sound, der durchaus Vielseitigkeit bietet und nicht allzu langweilig wird, auch wenn die Halbwertszeit der Platte nicht allzu lang sein dürfte. Platz nach oben ist immer, man wir noch sehen, wie ihn The Lovely Savalas nutzen werden. Der zweifelhaft ehrenwerte Versuch, in den Zeiten Berlusconis mittels Bratgitarren und Bollerbass für politische Aufklärung zu sorgen, geht allerdings ziemlich in die Hose – schon der Titel kündigt das an. Platt und ziemlich halbgar ist das, was die Band von sich gibt und konzeptuell nicht so wirklich durchdacht, scheint es. So bleibt das tight produzierte Album eher der Soundtrack für eine Grillsession mit Bierkonsum als für den nächsten G8-Gipfel oder die italienischen Präsidentschaftswahlen.

 

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