Nein, das ist nicht mehr der kleine Ezra aus der Krachmacherstraße, der uns mit We Should Fight und Take Off Your Sunglasses zwei klassische Indie-Hits beschert hat und auf den das Label »Dylan on Speed« so schön gepasst hat. Das hier ist jetzt der junge Herr Furman aus NYC in seinen Endzwanzigern, der einmal innehält und sich zutraut, ein Zwischenresumee zu ziehen. Der Blickwinkel, den er dafür wählt, ist allerdings wiederum der des Teenagers Ezra. Ihm legt er die Sichtweisen und Erfahrungen des jungen Herrn Furman in den Mund, der selbst über das Gröbste wohl hinweg ist. »Im too strung-out to be cool«, gibt er etwa rückblickend zu – ich bin zu dicht um noch cool sein zu können. An anderer Stelle erzählt er die launige Geschichte vom gescheiterten Selbstmord (I killed myself but I didnt die). Ezra Furman ist nicht der erste, der das tiefe Grauen und die kurzen, aber intensiven Höhenflüge des Teenagerdaseins besingt, aber man klebt trotzdem an seinen Lippen. Sein Sprachwitz und sein Gefühl für Melodien, die er mal hier und mal dort stibitzt, lassen gerade das Banale glänzen. In seinem Rücken machen die Harpoons einfach ihren Job und achten darauf, dass das jeweilige Songgewand passt, egal ob Folk-Punk (Teenage Wasteland), Indie-Rock (Bloodsucking Whore) oder Gitarren-Pop (Fall in Love With My World).