Amon Tobin tritt aus dem Foley Room, um im Grenzbereich von Sound Design und Science-Fiction-Electronic das Reich Isam zu betreten. Es ist wirklich ein eigener Klangkosmos, der sich hier auftut. Dass Teile davon für einen neuen Film von Wim Wenders verwendet werden, verwundert mich eher. Dessen Werke halte ich teilweise für bodenlos überschätzt und zum Einschlafen langweilig. Ich meine, wer schafft es schon, aus den Zutaten Traumstadt Lissabon und Spitzenband Madredeus einen Langweiler wie Lisbon Story zu machen? Egal, ich vermag mir nur die Schnittmenge aus Tobin-Hörer und Wenders-Seher schwer vorstellen. Tobin hat auf Isam Field Recordings per spezieller Technik umgewandelt in ein psychedelisch-schräges, irgendwie kühles, aber auch ein gewisses Maß an Melodie wahrendes Etwas, das einen in ferne Welten abdriften lässt.