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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:35

Ziggy Marley: Wild and free

16.06.2011

Reggae als Einschlafhilfe gefällig?

Dass Reggae etwas monotones, gleichförmiges hat, ist bekannt und geschätzt. Schließlich ist genau das oft verantwortlich dafür, dass diese Musik eine chillige Atmosphäre verbreitet, reale oder assoziierte »Nebelschwaden« wabern lässt, und Jamaica nicht mehr ganz so weit weg ist. Diese Monotonie kann aber auch nach hinten losgehen, gähnt LIA DOLFUS.

 

Wild and Free, das mittlerweile vierte Solo- Album Ziggy Marleys, Veröffentlichung am 17.06.2011 beim Label Tuff Gong Worldwide, bleibt hinter den Erwartungen zurück, die der Name Marley nunmal propagiert. Bewusst Abstand nehmen wollend von Ausschweifungen über große Fußstapfen, Väter oder einem schweren Erbe, bleiben mir leider nicht viele Wörter um die Arbeit Ziggy Marleys zu beschreiben.

 

Die bereits erwähnte Monotonie nimmt bei Wild and Free so überhand, dass ich bis zum fünften Song des Albums Personal Revolution vorspulen musste, um endlich ein Lied zu hören, das sich vom Dauergedudele über Hanf und dessen Konsum sowie der hier und da sogar schonmal nach verzweifelter Reimsucherei klingenden Lyrik abhebt.

 

Personal Revolution ist dann auch wirklich genau das, was ich Ziggy Marley vom ersten Lied an wünschte, denn der Einheitsbrei wird schnell langweilig und schläfert schon fast ein. Im fünften Song also bricht er endlich mit dem Monotonen und zeigt, dass er auch anders kann. Erfrischt und gleichzeitig aufatmend über die Rettung der einfach nicht unterzukriegenden Erwartungen geht es außergewöhnlich hart weiter, mit Get out of town, das sich aufgrund der verzerrten Gitarrenmelodien schwer nach Western anhört. Leider bricht sich das Album dann schnell wieder das Genick und fällt in das vorher selbstgeschaufelte Grab des Egalseins.

 

Lediglich Track zwölf, der laut Tracklist nicht mal einen Namen hat, wobei gerade dieser einen verdienen würde, ließ mich zumindest abschließend denken: »Ganz knapp gerettet«. Wirklich rausreißen tut das Album auch nicht die Unterstützung, die Marley durch seine Söhne, Daniel und Abraham Marley, sowie Schauspieler Woody Harrelson und Heavy D erhielt.

 

Wer sich eines Besseren überzeugen will hat hoffentlich mehr Erfolg beim Hören; vielleicht fehlte mir auch einfach die Live- Atmosphäre, die beim Reggae nicht unerheblich ist.

Diese kann bei folgenden Live Events geschnuppert werden:

 

03.07.11 Köln: Summer Jam Festival

05.07.11 Darmstadt: Centralstation

 



 

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