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Donnerstag, 24. Mai 2012 | 00:35

Jacob Karlzon 3: The Big Picture

09.06.2011

Farbenfroh und bunt

Die neue Platte von Jacob Karlzon 3 heißt The Big Picture. Irgendwie passt das, findet JULIAN SCHRAVEN, auch wenn im »großen Bild« der Band oft das Gleiche zu sehen ist.

 

Die Scheibe wirkt schon sympathisch, wenn man sie auspackt. Zwar nicht lächelnd, dafür aber auch nicht unfreundlich blickt einen der Bandleader Jacob Karlzon. Im Booklet selbst geht es auch farbenfroh weiter und irgendwann hält man die CD dann in den Händen. Von hier an bleibt das Gesamtbild angenehm.
Ein wenig zu christlich erscheinen zwar die Titel des Albums, versprechen aber dafür umso mehr.

 

Wie ein netter Empfang am Kamin

Nicht aufdringlich, nicht vor Freude überschäumend, sondern ruhig, gelassen und relaxed empfangen JACOB KARLZON 3 ihre Hörer auf dem neuen Album. Dabei behandeln die drei Dänen ihre Instrumente stets artgerecht und mit großer Sorgfalt.

Sich selbst beschreibt Karlzon auf diesem Album als pulsierend und hypnotisierend und genau so erscheint er auch als Protagonist von The Big Picture im gleichnamigen Prolog. Doch so schnell, wie er sich vorstellt, zeigt er auch seine andere Seite. Die zweite Nummer Bakersfield Revisited, die tierisch ins Ohr geht, zeigt ein ganz anderes Trio, als es sich noch vor Sekunden gezeigt hat. Schnell wird klar, dass mit dem ersten Track die Vorstellung der Musiker noch nicht abgeschlossen war. Im dritten Track Maniac zeigen die Drei ein weiteres Mal ihr Vielseitigkeit auf – und dabei ist nicht mal das halbe Album gehört.
Nebenher darf bemerkt werden, dass Maniac aus der Feder von Michael Sembello stammt und in der Originalversion die Zuschauer von Flashdance auch im Ohr beglückt haben dürfte.

 

Geschickt um sich selbst, oder doch im Kreis?

Von hier an schlängelt sich das Album geschickt um sich selbst, jedoch erschleicht sich langsam der Eindruck, dass es sich auch im Kreis drehen könnte. Denn immer wieder meint man etwas schon gehört zu haben, oder aber die Titel der Songs sind zu durchschaubar.
Vor allem In God´s Country und der finale Song At The End Of The Day versprechen zwar was sie halten, halten dafür aber keine Überraschungen bereit.

Jacob Karlzon selbst bringt alle Tracks dadurch gut zusammen, dass er immer wieder mit grandiosen Solos am Klavier auftrumpfen kann. Nebenher ist er aber trotzdem noch an einigen anderen Instrumenten zu hören.

 

At The End Of The Day

Das Album schließt mit einer sehr gefühlvollen Ballade und präsentiert sich am Ende als ein in sich schlüssiges Werk. Dabei wird die Kurzweiligkeit auf der gesamten Laufzeit jedoch ein paar Mal unterbrochen – in etwa wie bei einem durchschnittlichen Hollywood-Film. Im Übrigen wäre The Big Picture ein guter Soundtrack – der Film dazu müsste lediglich noch gemacht werden.

 

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